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24.03.2003

17:30 Uhr

Kosten könnten steigen

Teleplan-Prognose mit Unsicherheit behaftet

Der niederländische Reparaturdienstleister Teleplan erwartet, trotz des Irak-Krieges das angepeilte Wachstum bei Umsatz und Ergebnis 2003 zu erreichen, weist jedoch zugleich auf mögliche Unsicherheiten hin.

rtr FRANKFURT. "Sicherer sind wir, was den Umsatz angeht", sagte Vorstandschef Tjeu Blommaert am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Allerdings könnten die Kosten, etwa für Logistik, steigen. "Dann weiß man nicht, wie das unter dem Strich aussieht", schränkte er ein. 80 % des Geschäfts mache Teleplan in US-Dollar, erläuterte Finanzchef Eric Olders. "Ein starker Dollar wäre für uns günstiger." Bei den Prognosen für 2003 sei eine durchschnittliche Euro-Dollar-Parität unterstellt.

Anfang Dezember hatte Teleplan für 2003 einen Umsatzanstieg von 20 bis 25 % in Aussicht gestellt. Der Konzerngewinn je Aktie solle sich zwischen 1,05 und 1,15 ? bewegen. Eine Dividende will das Unternehmen aber auch dann nicht ausschütten. "Das ist kurzfristig kein Thema für uns", sagte Blommaert. "Solange wir das Geld investieren können, um profitabel zu wachsen, machen wir das." Der Trend zum Outsourcing halte an. "Wir sehen noch Wachstumsmöglichkeiten."

Im vergangenen Jahr seien die wirtschaftlichen Bedingungen sehr schwierig gewesen. "Ich habe das persönlich noch nicht erlebt, dass es so lang so schlecht war", sagte Blommaert. "Dennoch sind wir gewachsen." Der um Pass-Through bereinigte Umsatz stieg auf rund 302 Mill. ? von 216 Mill. ?. Wegen Firmenwertabschreibungen und Restrukturierungskosten von insgesamt 19,2 Mill. ? sank allerdings das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf rund 15,7 von 19,9 Mill. ?. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 0,15 (2001: 0,58) Euro. "2002 ist das große Jahr der Restrukturierung gewesen", ergänzte Blommaert. In Europa seien elf Niederlassungen geschlossen worden. "In den USA werden wir aggressiv weiter wachsen." Hier machte Teleplan 2002 57,3 % seines Umsatzes. Auch in Osteuropa wolle sich das Unternehmen verstärken.

Von der seit Montag geltenden Notierung im MDax erhofft sich Teleplan einen solideren Aktienkurs und mehr Interesse bei den Investoren, vor allem aus den USA. "In Vergangenheit sind wir drei Mal Opfer von Hedge-Fonds gewesen", sagte Blommaert. Er erwarte, dass die Volatilität des Kurses abnehme und Investoren langfristig in das Papier investierten. Eine Kapitalerhöhung zum derzeitigen Kurs schloss der Vorstandschef aus. "Nur, wenn eine sehr intelligente Übernahme geplant ist, überlegen wir das." Es gebe einige schöne Möglichkeiten, ergänzte er mit Blick etwa auf die französische Firma A Novo oder den angeschlagenen Handydienstleister EMTS. Der Preis müsse aber günstig sein. Auch eine Übernahme von Teleplan sei bei dem Streubesitz von rund 80 % nicht ausgeschlossen.

Die Teleplan-Aktie verlor bis zum Nachmittag in einem schwachen Gesamtmarkt 0,54 % auf 5,52 ?.

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