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12.07.2000

15:31 Uhr

dpa MÖNCHENGLADBACH. Der Fußball-Zweitligist Borussia Mönchengladbach will den schon fast gescheiterten Bau eines WM- tauglichen Stadions für 2006 in "abgespeckter" Form vorantreiben. Wie der Club am Mittwoch mitteilte, liegt der Stadt Mönchengladbach seit Dienstag ein überarbeitetes Konzept für die Baumaßnahme des "Stadions Nordpark" vor. Die neue Konzeption sieht nach Vereinsangaben ein Gesamt-Finanzvolumen von 155 Millionen Mark vor. Borussia will bei einer Zustimmung der Kommune das Projekt umgehend beginnen.

Der Verein geht von 25 Millionen Mark Grundstücks- und 130 Millionen Mark Baukosten aus. Nach den Vorstellungen der Clubführung soll sich die Stadt in Anlehnung an existenten Vertragsentwürfen mit insgesamt 75 Millionen Mark als Darlehen an der Finanzierung beteiligen. Borussia selbst 80 Millionen Mark zusammentragen. Von der Ratifizierung der Verträge an plant der fünfmalige deutsche Meister bis zur Fertigstellung des Stadions mit 30 Monaten. Vorgesehen ist ein Fassungsvermögen von 30 000 Sitz- und 10 000 Stehplätzen. Das neue Stadion soll im Jahr 2003 fertig gestellt sein.

Nach Angaben der "Rheinischen Post" ist der neue Vorstoß der Borussia offenbar der letzte Versuch, das Projekt zu verwirklichen. Die Tageszeitung zitiert Borussias Vizepräsidenten Rolf Königs mit den Worten, dies sei der Abschied "von etwas träumerisch angelegten Visionen von Großveranstaltungen. Wir sind in erster Linie ein Fußballclub und müssen unsere Investitionen auf das Sportliche konzentrieren, das bauen, was wir uns leisten und auch in den Folgekosten tragen können".

Nach der Vergabe der Weltmeisterschafts-Endrunde 2006 durch den Weltverband FIFA an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) strebt Mönchengladbach unter Beteiligung der Stadt eine Erhöhung der Sitzplatz-Kapazität auf 40 000 an. Mit dieser Maßnahme will das Club- Management erwirken, dass der DFB WM-Spiele nach Gladbach vergibt.

Noch im April dieses Jahres drohte dem ehrgeizigen Projekt der Borussia das Aus. Die Stadt hatte vor vier Monaten verärgert darauf reagiert, dass der Verein aus Kostengründen auf einen ausfahrbaren Rasen und ein verschließbares Dach verzichten wollte. Ursprünglich waren Kosten von 228 Millionen Mark für eine Multifunktions-Arena geplant.

Borussia will offenbar zehn Millionen Mark Eigenkapital einbringen und nach Informationen der "Rheinischen Post" 50 Millionen Mark von "strategischen Partnern" holen. Im Gespräch ist eine Beteiligung der "Kinowelt". Nach den aktuellen Planungen müsste der Verein 20 Millionen Mark als Bankdarlehen aufnehmen. Von dieser Konzeption will die Borussia nach Angaben von Präsidiumsmitglied Siegfried Söllner nicht abrücken.

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