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09.02.2001

13:29 Uhr

Kostenloses Programm

Steuererklärung am PC

In den Finanzbehörden hat das Zeitalter der Elektronischen Steuererklärung (ELSTER) begonnen. Ab sofort können die Bürger per amtlichem PC-"Vordruck" von Bund und Ländern ihre Erklärungen für 2000 oder frühere Jahre abgeben.

dpa BERLIN. Wie das Bundesfinanzministerium am Freitag mitteilte, ist das ELSTER-Programm im Internet kostenlos unter "www.elsterformular.de" abrufbar.

Wegen des Verzichts auf die manuelle Dateneingabe werden "kürzere Bearbeitungszeiten und damit auch schnellere Steuererstattungen" versprochen. Allerdings kommt es im Einzelfall weiterhin auch zu Nachzahlungsforderungen. Der Bund der Steuerzahler glaubt, dass von dem amtlichen Programm ein "neuer Schub" ausgeht. "Bei rund 27 Mill. Lohn- und Einkommensteuererklärungen steckt die Entwicklung ja noch in den Kinderschuhen", hieß es dort auf Anfrage. Wichtig sei, dass jetzt "keine Zwei-Klassen-Behandlung" einsetze und die Bearbeitung der herkömmlichen Erklärungen nicht liegen bleibe.

Noch ist die digitale Steuererklärung nicht ganz papierlos. So muss - wegen der rechtlich noch unwirksamen elektronischen Unterschrift - die Erklärung in komprimierter Form zunächst noch ausgedruckt werden. Sie ist vorerst manuell zu unterschreiben und zusätzlich mit der Lohnsteuerkarte und den übrigen Belegen dem Amt zuzusenden. Ein bloßer Ausdruck des - auch unausgefüllten - Formulars ohne gleichzeitige Übermittlung an die Behörde ist nicht möglich.

Wie es im Ministerium auf Anfrage hieß, ist beabsichtigt, die digitale Signatur, die im gesamten Geldverkehr auch des Bankensystems zu regeln ist, durch eine Änderung der Abgabenordnung rechtlich zu verankern. Dies soll in diesem Jahr, möglicherweise noch im ersten Halbjahr, geschehen.

"ELSTER hat die Funktion, die per Software ermittelten Daten entsprechend dem Stand der Technik datensicher zu verschlüsseln und so aufzubereiten, dass sie auf Knopfdruck via Internet oder direkt über das Telefonnetz per ISDN an die Verwaltung versandt und dort beschleunigt weiterverarbeitet werden können", heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Bei Eintrag der Daten in die "Formulare" einschließlich der üblichen Anlagen wie Kapitaleinkünfte oder Vermietungseinnahmen prüft das Programm eingegebene Daten bereits auf logische Stimmigkeit. "Damit lassen sich bereits beim Erstellen der Erklärung viele Plausibilitätsfehler ausschließen und Rückfragen bei der Veranlagung vermeiden. Auf eine steuerliche Beratung ist bewusst verzichtet worden." Das Programm bietet einige Hilfen an: Die Anlage L für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft ist für die Veranlagung des Jahres 2000 elektronisch noch nicht verfügbar. Das Programm kann höchstens drei Arbeitsverhältnisse je Arbeitnehmer berücksichtigen.

Beim Steuerzahlerbund bemängeln die Fachleute, dass das Programm - anders als bisherige Privatprogramme - keine Vorabermittlung der wahrscheinlichen Steuerschuld zulasse. Auch sei misslich, dass der Bescheid des Finanzamtes nicht auf elektronischem Weg zurückkomme. Damit sei ein PC-Schnellabgleich geänderter Beträge nicht möglich.

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