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08.04.2003

17:25 Uhr

Kostensenkungen und Personalabbau verstärkt

Salzgitter zieht Sparkurs an

Der Stahl- und Röhrenkonzern Salzgitter rechnet mit einem schwierigen Jahr und will deshalb verstärkt Kostensenkungen und Personalabbau betreiben. "Wir werden aber weiterhin ohne Entlassungen auskommen", sagte Salzgitter-Chef Wolfgang Leese am Dienstag auf der Hannover-Messe im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Reuters HANNOVER. Das Thema Zukäufe rücke deshalb zunächst ein wenig in den Hintergrund. "Das hat derzeit nur Priorität zwei", sagte Leese. Nähere Angaben zu Umsatz- und Ergebnisentwicklung werden kommende Woche auf der Bilanzpressekonferenz erwartet. Der Salzgitter-Chef erwartet in diesem Jahr ein deutlich schlechteres Röhrengeschäft als im Vorjahr, dafür jedoch eine bessere Stahlkonjunktur verbunden mit höheren Stahlpreisen. 2002 war der Konzernumsatz um drei Prozent auf 4,7 Milliarden Euro gestiegen. Das schon seit 2002 laufende Ergebnisverbesserungsprogramm (EVP), dass bis 2005 den Abbau von 1500 Stellen von derzeit 18.500 Beschäftigten vorsehe, werde angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes intensiviert. "Wir sehen die gegenwärtig schwierige Marktsituation auch als Chance, unser EVP jetzt besonders voranzutreiben", sagte Leese. Rund 75 Millionen Euro des Sparvolumens von rund 170 Millionen Euro solle der Personalbereich bringen.

"Infolge des Irak-Krieges und des schwachen Dollar-Kurses wird vor allem das im vorigen Jahr sehr profitable Röhrengeschäft leiden", sagte Leese. Der zwar rückläufige, aber insgesamt noch respektable Konzernüberschuss für 2002 von 66 Millionen Euro sei maßgeblich durch ein gutes Röhrengeschäft erzielt worden. "Ich rechne 2003 bei den Röhren mit einer deutlichen Abschwächung", sagte Leese. Bereits Ende vorigen Jahres seien Stellen bei der Röhrentochter Mannesmannröhren-Werke durch Ausnutzung von Fluktuation weggefallen.

Im Stahlbereich erwartet Leese für seinen Konzern im Vergleich zum Vorjahr dagegen wieder einen Aufschwung, nachdem die Preise auch von Salzgitter für Stahlsorten angehoben und nach bisherigem Verlauf des Geschäfts auch durchgesetzt worden seien. Im vorigen Jahr hatte die Stahlsparte mit einem Verlust von 23 Millionen Euro abgeschlossen.

Zusätzliches Geschäft bei Stahlprodukte für den Baubereich erwartet Salzgitter aus einem am Dienstag bekannt gegebenem Joint-Venture mit dem ThyssenKrupp-Konzern. Die Salzgitter-Tochter HSP (Hoesch Spundwand und Profil) in Dortmund werde 30 Prozent der Anteile an der neuen ThyssenKrupp GfT Bautechnik übernehmen. Das Unternehmen werde ab Juli 2003 weltweit Spundwände und ähnliche Produkte vermarkten. Geplant sei ein Jahresumsatz von 200 Millionen Euro, sagte Leese. Bisher hatte ThyssenKrupp in diesem Vertriebsbereich bislang mit dem weltgrößten Stahlkonzern Arcelor kooperiert.

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