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14.01.2003

12:08 Uhr

Kräftige Einbußen für Fiat

Starker Dezember für den Pkw-Markt

Der westeuropäische Fahrzeugmarkt hat im Dezember mit einem Zulassungsplus von knapp zwölf Prozent eine "Jahresendrally" verzeichnet. Vor allem BMW und Peugeot/Citroen profitierten.

vwd BRÜSSEL/HAMBURG. Damit wurde für das Gesamtjahr ein um rund 200 000 Einheiten besseres Ergebnis als vorhergesagt erreicht. Der Rückgang für das Gesamtjahr belief sich nach Angaben des Verbands der Europäischen Automobilhersteller (Acea) vom Dienstag mit 14,39 Millionen Fahrzeugen auf 2,9 Prozent. Als stärkste Einzelmarke wurde Volkswagen, deren Marktanteil auf 10,4 (10,8) Prozent sank, durch Renault mit 10,7 (10,6) Prozent abgelöst.

Zu den Gewinnern des Jahres 2002 gehörten neben der französischen PSA-Gruppe (Peugeot/Citroen) mit einem Marktanteil von 15,0 (14,4) Prozent auch die BMW AG, München, mit 4,3 (3,7) Prozent und die japanischen Importeure, die ihre Marktstellung auf 11,4 (10,4) Prozent ausbauten.

Deutliche Einbußen verzeichnete dagegen die GM-Gruppe mit den Hauptmarken Opel und Saab, die nur noch 10,0 (10,8) Prozent des Marktes beherrschen.

Kräftige Einbußen auf dem westeuropäischen Markt musste 2002 auch die Fiat-Gruppe hinnehmen. Der Anteil der drei Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia sank den Angaben zufolge auf 8,2 (9,6) Prozent. Zwar legte die Marke Fiat im Dezember mit 17 Prozent mehr Neuzulassungen deutlich zu, allerding hatte der gesamte italienischen Pkw-Markt einen Zuwachs von 51,4 Prozent zu verzeichnen. Zur Belebung des Automobilmarktes hatte die Regierung in Rom am Freitag die Verlängerung des staatlichen Anreizprogramms für den Kauf neuer, umweltfreundlicher Autos beschlossen. Die im vergangenen Juli ergriffenen Maßnahmen werden noch bis 31. März in Kraft bleiben.

Neben dem italienischen Markt stachen auch die Niederlande mit 135,2 Prozent und Irland mit 84,6 Prozent mehr zugelassenen neuen Pkw als im Dezember 2001 heraus. Aber auch in anderen Staaten hat sich der Markt im vergangenen Monat erheblich erholt, nachdem im November noch ein Einbruch von insgesamt minus 6,2 Prozent verzeichnet worden war und im Oktober ein Rückgang von minus 2,1 Prozent. Deutschland weist im Dezember 2002 mit plus 1,2 Prozent eine der niedrigsten Zuwachsraten gegenüber Dezember 2001 auf. In lediglich sechs der westeuropäischen Länder wurden weniger neue Pkw registriert als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Vor allem aus den Dezemberzahlen lässt sich nach Ansicht von Analyst Albrecht Dennighoff von der Hypo-Vereinsbank ein Trend zu kleineren und günstigen Pkw bei den Verbrauchern herauslesen. Auch nach Einschätzung der Analysten von ICF Kursmakler geht der Trend zum Kleinwagen - wohl nicht zuletzt wegen der Diskussion über die Dienstwagenbesteuerung - und schlägt sich bei BMW und Daimler-Chrysler beim Mini und Smart positiv nieder. Dennighoff geht für das laufende Jahr nicht von einer Erholung des Marktes aus. Die Prognose liegt bei einem stagnierenden bzw. leicht sinkenden Absatz von 14,3 Millionen Fahrzeugen.

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