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15.01.2003

16:15 Uhr

Kräftiges Gewinnwachstum

Vattenfall Europe gibt Gas

Die aus vier Energieunternehmen in Nord- und Ostdeutschland entstandene Vattenfall Europe AG hat im Gründungsjahr 2002 einen kräftigen Gewinnsprung verzeichnet und will im selben Tempo weiter wachsen.

Reuters BERLIN. Den Gewinn vor Steuern und Zinsen bezifferte Vorstandschef Klaus Rauscher am Mittwoch am Rande einer Berliner Energiekonferenz im Gespräch mit Reuters auf "die Größenordnung von 500 Millionen Euro". "Damit liegen wir deutlich über Vorjahr und deutlich über Plan", sagte Rauscher. Für 2001 habe man einen Pro-forma-Gewinn von rund 400 Millionen Euro errechnet. Die Planzahl für das abgelaufene Jahr wollte der Chef des drittgrößten Versorgers in Deutschland nicht nennen.

Rauscher führt den unerwarteten Gewinnanstieg vor allem auf Kostensenkungen einerseits und höhere Erlöse aus dem Stromgeschäft andererseits zurück. Zur weiteren Entwicklung der Strompreise in Deutschland sagte der Vattenfall-Chef, darüber wolle er nicht öffentlich spekulieren. Er betonte aber, Vattenfall Europe rechne damit, 2003 den Gewinn in derselben Geschwindigkeit wie 2002 zu steigern.

Vattenfall Europe war im vorigen Jahr aus der Fusion der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) und der Berliner Bewag mit dem ostedeutschen Stromversorger Veag und dem Braunkohleproduzenten Laubag entstanden. Das Unternehmen rangiert nach der Düsseldorfer E.ON AG und der Essener RWE AG und vor der Energie Baden-Württemberg (EnBW) an dritter Stelle auf dem deutschen Energiemarkt.

Der Aufsichtsrat von Vattenfall Europe wird dessen ersten Geschäftsabschluss im Mai beschließen. Im Juni sollen die genauen Zahlen veröffentlicht werden. Rauscher verwies darauf, dass die Vergleichszahl für den genannten Gewinn des Jahres 2002 wenig aussagekräftig sei, da sie bloß eine Addition von Gewinnen der fusionierten Unternehmen sei.

Anders als die beiden Branchenriesen RWE und Eon betreibt der schwedische Vattenfall-Konzern, zu dem Vattenfall Europe mehrheitlich gehört, keine globale Wachstumsstrategie. Geographisch habe man neben Deutschland vor allem Skandinavien im Fokus. Interessant seien auch einzelne Märkte in Osteuropa, sagte Rauscher, der auch Mitglied im Vattenfall-Vorstand ist. Der schwedische Staatskonzern will nach seinen Worten kräftig wachsen und zwar nicht nur aus eigener Kraft sondern durchaus auch durch Zukäufe. Welche Objekte man im Auge hat, wollte Rauscher nicht sagen.

Im Unterschied zu den großen Konkurrenten in Deutschland verfolgt Vattenfall Europe auch keine so genannte vertikale Strategie, die neben der Energieerzeugung und der-verteilung auch den Endkunden in den Geschäftsprozess einbezieht. Vattenfall Europe strebe keine Stadtwerke-Beteiligungen, die über den lukrativen Zugang zum Endkunden verfügen, an. "Warum muss man an einem Unternehmen beteiligt sein, wenn man sein Produkt dort verkaufen will", fragte er. Die großen Firmen könnten ruhig an den Stadtwerken beteiligt sein. "Aber sie werden nie durchsetzen können, dass sie der einzige Stromanbieter (für die Stadtwerke) sind", fügte er hinzu. Es liege im Eigeninteresse der Stadtwerke, dass sie nicht bloß von einem Stromlieferanten bedient würden.

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