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10.01.2003

07:51 Uhr

Kreditwürdigkeit könnte sich verschlechtern

AOL Time Warner droht Milliardenabschreibung

Der Medienkonzern AOL Time Warner wird voraussichtlich für das vierte Quartal mehrere Milliarden auf den Wert der Internet-Tochter AOL abschreiben. Nach Informationen der US-Zeitung "Washington Post" wird das Unternehmen am 29. Januar bei Bekanntgabe der Quartalsergebnisse, Abschreibungen von mindestens 10 Mrd. $ verkünden.

kk NEW YORK. Bereits im vergangenen Jahr hat AOL Time Warner 54 Mrd. $ abgeschrieben. Das Unternehmen mit Sitz in New York hatte im Oktober gewarnt, dass es für das vierte Quartal erhebliche so genannte Goodwill-Abschreibungen vornehmen werde. Diese ergeben sich durch die Differenz zwischen dem bei der Übernahme angesetzten und dem aktuellen Wert eines Unternehmens.

AOL Time Warner war 2001 während des Internet-Booms aus der Fusion des klassischen Medienkonzerns Time Warner und dem Internetanbieter AOL (America Online) entstanden. AOL hat damals Time Warner für mehr als 100 Mrd. $ gekauft. Seitdem ist jedoch vor allem das Internet-Geschäft enttäuschend verlaufen und der Aktienkurs des fusionierten Unternehmens um 70 % gefallen.

Einige Beobachter befürchten, dass die neue Abschreibung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens schaden wird. "Ich wäre nicht überrascht, wenn sie heruntergestuft würden", sagt Jeff Cannon, Analyst von Banc One Capital Markets. Eine solche Herabstufung wäre allerdings das schlimmste denkbare Szenario in diesem Fall.

Der Konzern-Finanzvorstand Wayne Pace hatte Analysten im Oktober versichert, dass sich die Abschreibungen im vierten Quartal nicht auf die Bewertung der Schuldverschreibungen oder die Liquidität des Unternehmens auswirken würden.

Den Aktienkurs von AOL Time Warner fiel am Donnerstag zum Handelsbeginn an der New Yorker Börse um mehr als 2 % auf 13,55 $, erholte sich dann aber wieder.

Quelle: Handelsblatt

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