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31.01.2002

17:13 Uhr

Kreise: Infineon-Chef reist zu Gesprächen mit Hynix nach Seoul

Infineon: Bald Kooperation mit Hynix?

Eine Asien-Reise des Infineon-Vorstandschefs Ulrich Schumacher hat Spekulationen über ernstere Kooperationsabsichten des Halbleiter-Herstellers mit dem südkoreanischen Konkurrenten Hynix ausgelöst.

Reuters SEOUL/MÜNCHEN. Schumacher, der sich zurzeit in Japan aufhält, werde am Freitag zu Gesprächen mit Hynix nach Südkorea reisen, erfuhr Reuters am Donnerstag aus Branchenkreisen in Seoul. In einem Interview mit der japanischen Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" sagte Schumacher, Infineon spreche mit Hynix über verschiedene Formen einer Zusammenarbeit im Speicherchip-Geschäft. Eine Infineon-Sprecherin betonte, dass es dabei nicht um konkrete Verhandlungen ginge. Zu den Reiseplänen ihres Vorstandschefs wollte sie sich nicht äußern. Die Infineon-Aktien stiegen rund drei Prozent auf 24,51 Euro.

Wegen der anhaltenden Überkapazität im weltweiten Markt für Speicherchips, die vor allem in Personal Computern zur Datenspeicherung eingesetzt werden, halten Analysten und Branchenvertreter eine Konsolidierung der Branche für dringend notwendig. Pläne von Infineon und dem japanischen Konzern Toshiba für eine Kooperation im Speicherchipsgeschäft waren im Dezember gescheitert. Die Verhandlungen des US-Konzerns Micron mit Hynix über einen Verkauf bestimmter DRAM-Geschäfte laufen unterdessen schleppend, weil sich die Unternehmen über den Preis nicht einig werden. Nun könnte mit Infineon ein neuer Interessent auftreten.

"In der gegenwärtigen Phase der Konsolidierung in der DRAM-Branche spricht aber jeder mit jedem", sagte die Infineon Infineon-Sprecherin. spreche wie bereits bekannt mit mehreren möglichen Kooperationspartnern. Dabei müsse es nicht immer gleich um die Zusammenlegung ganzer Aktivitäten, sondern auch zum Beispiel um die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Fertigung von Speicherchips gehen. Schumacher hatte bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen in der vergangenen Woche gesagt, Infineon spreche weiter mit den taiwanesischen Anbietern Winbond, Mosel Vitelic und Nanya und anderen Konkurrenten. Eine Hynix-Sprecherin sagte, sie könne Gespräche mit Infineon nicht bestätigen.

Infineon

ist der weltweit viertgrößte Hersteller von Speicherchips hinter Marktführer Samsung, Micron und Hynix. Die gesamte Chip-Industrie leidet derzeit unter der schwersten Krise in ihrer Geschichte. Die Preise für Speicherchips haben sich in den vergangenen Wochen zwar etwas erholt, liegen aber immer noch unter den Herstellungskosten. Infineon hatte im vergangenen Quartal einen Verlust von 331 Mill. Euro verbucht.

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