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03.07.2000

09:05 Uhr

Krieg im Kaukasus

Tote bei Sprengstoffanschlag in Tschetschenien

Mindestens 25 Menschen sind bei dem blutigen Attentat auf eine russische Polizeikaserne ums Leben gekommen.

ap ARGUN. Bei einem Sprengstoffanschlag auf eine russische Polizeikaserne in Tschetschenien sind am Sonntagabend nach offiziellen Angaben mindestens 25 Menschen getötet und 81 weitere verletzt worden. Vier Personen wurden noch vermisst, wie das russische Ministerium für Katastrophenschutz am Montag mitteilte. In tschetschenischen Behördenangaben war sogar von mindestens 50 Toten die Rede. Es war der blutigste Anschlag der vergangenen Wochen. Die tschetschenischen Separatisten hatten derartige Angriffe als Antwort auf die russische Behauptung angekündigt, wonach der Krieg in Tschetschenien vorbei sei.

Wie das Moskauer Ministerium für Katastrophenschutz mitteilte, explodierte ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen vor der Unterkunft von Einheiten des russischen Innenministeriums in der Stadt Argun, rund 15 Kilometer östlich von Grosny. Die Explosion ereignete sich gegen 20.00 Uhr Ortszeit (18.00 MESZ). In dem Gebäude war eine Sondereinheit der Polizei untergebracht.

Kurz nach Mitternacht feuerten russische Kampfhubschrauber auf Wohngebiete in Argun. Nach Angaben von Ärzten wurde dabei eine Flüchtlingsunterkunft getroffen und und elf Menschen verletzt.

Russische Rettungsmannschaften gruben am Montagmorgen in den Trümmern der eingestürzten Polizeikaserne nach Verschütteten. Aus Moskau und anderen Städten wurde weiteres Personal und Ausrüstung nach Argun beordert. Ein ähnlicher Anschlag am Sonntag in Urus-Martan hatten die russischen Behörden als Selbstmordattentat tschetschenischer Separatisten bezeichnet.



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