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20.01.2004

06:00 Uhr

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Krisen & Kontrollen

VonThomas Knipp

Eine Krise, ab und zu, hilft der Wirtschaft auf die Beine. Vor allem in Entwicklungsländern. Klingt falsch, ist aber richtig. Das jedenfalls behaupten die Autoren einer neuen Studie.

Quelle: Handelsblatt

Eine Krise, ab und zu, hilft der Wirtschaft auf die Beine. Vor allem in Entwicklungsländern. Klingt falsch, ist aber richtig. Das jedenfalls behaupten die Autoren einer neuen Studie, die sich mit kapitaloffenen Märkten in Entwicklungsländern und den daraus oft resultierenden Krisen beschäftigt.

Die Erinnerungen sind noch frisch: Mexiko, Argentinien, Russland, die Tiger-Staaten Asiens - sie alle hatten mehr oder minder offene Märkte, die einen relativ ungehemmten Zufluss von ausländischem Kapital zuließen. Darunter war stets auch ein hoher Anteil von sogenanntem Hot-Money, das mit hoher Geschwindigkeit um die Erde fließt - immer auf der Suche nach der höchsten Rendite.

Dem schnellen Zufluss folgte der ebenso schnelle Abfluss der fremden Gelder, der in den betroffenen Ländern wirtschaftliches Chaos hinterließ. Die Konsequenz mancher Administration: die Geldzufuhr wurde kontrolliert und beschränkt.

Dies ist nicht die beste aller möglichen Schlussfolgerungen. Die Früchte eines liberalisierten Marktes überwiegen die Kosten des gelegentlichen Chaos. Das Wachstum in Ländern mit liberalisierten Kapital- und Bankmärkten liegt um zwei Prozentpunkte über dem jener Ländern, die den Weg der Kapitalkontrolle gegangen sind. Der Grund: Restriktive Kreditvergabe bremst das Wachstum.

Diese Feststellung der Studie, die das langfristige Wachstum in 52 Ländern untersuchte, gilt vor allem dann, wenn die Folgen einer Krise strukturiert managt werden. Zum Beispiel mit der Hilfe von Gesetzen, die den Investoren die berechtigte Sicherheit geben, dass sie ihr Geld nicht verlieren.

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