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24.03.2003

08:24 Uhr

Krisenmanagement

10-Tipps für die Wende

Unternehmensberater Carsten Frigge von C 4 Consulting aus Düsseldorf (Referenzkunden: Steilmann-Gruppe, Allianz, Bayer, Henkel und Siemens) gibt Tipps, wie man in und vor allem direkt nach der Krise das Vertrauen seiner Mitarbeiter am besten wieder gewinnen und nach Entlassungsrunden das Motivations-Ruder wieder herumreißen kann:

1. Reden und Handeln in Einklang bringen: Mitarbeiter erleben häufig einen Vertrauensbruch, wenn die Handlungen des Managements nicht mit den Erwartungen an die Führung übereinstimmen. Das Management sollte daher ehrlich kommunizieren, welche Pläne es verfolgt - und vor allem danach handeln.

2. Ein realistisches Bild der Zukunft zeichnen: Vielfach entsteht ein Vertrauensbruch durch falsche - häufig übermäßig optimistische - Erwartungen. Das Management sollte daher ein realistisches Bild der Zukunft zeichnen, um die Erwartungen der Mitarbeiter entsprechend zu lenken. Im Mittelpunkt sollte stehen, welche Anstrengungen nötig sind, um eine positive Zukunftsvision zu erreichen.

3. Klare Ziele setzen: Nur wenn jeder Mitarbeiter weiß, welche Anstrengungen von ihm persönlich erwartet werden, kann er seinen Beitrag zur Konsolidierung auch leisten. Detaillierte Zielvorgaben schaffen Klarheit und geben dabei Sicherheit. Dazu gehören die entsprechenden Anreizsysteme. Nur wenn Anstrengungen auch angemessen honoriert werden - das können neben monetären Anreizen auch Anerkennung und Lob sein -, kann Erfolg dauerhaft gesichert werden.

4. Persönlich kommunizieren: Vertrauen wächst in dem Maße, in dem die Manager als Menschen bekannt und damit für die Mitarbeiter auf einer persönlichen Ebene berechenbar werden. Das Management sollte deshalb Gelegenheiten nutzen, persönlich mit den Mitarbeitern zu kommunizieren - sei es im Rahmen einer Road-Show der Geschäftsleitung an einzelnen Standorten, beim Kamingespräch oder anderen informellen Gelegenheiten.

5. Offen kritische Punkte ansprechen: Vertrauen wächst insbesondere in kritischen Situationen und an kritischen Ereignissen - diese stellen die Sonntags-Reden des Managements auf die Nagelprobe. Das Management sollte daher schwierige Situationen nutzen, um auch unangenehme Wahrheiten offen auszusprechen. Dazu gehört auch ein gesundes Maß an Selbstkritik. In dem Maße, in dem auch unangenehme und negative Botschaften verkündet werden, wächst die Glaubwürdigkeit der positiven Aussagen des Managements.

6. Gründe und Ursachen erläutern: Vertrauen entsteht, wenn Handlungen verständlich und berechenbar wirken. Daher sollten Gründe und Ursachen der Planungen, Entscheidungen und Vorgehensweisen verstärkt erläutert werden.

7. Prozessinformationen frühzeitig mitteilen: Auch wenn noch keine konkreten Entscheidungen getroffen werden können, so hilft ein Fahrplan für die weitere Geschäftsentwicklung häufig, Unsicherheit abzubauen. Er enthält Aussagen darüber, zu welchem Zeitpunkt beispielsweise kritische Entscheidungen getroffen werden sollen.

8. Vertrauen schaffen durch neue Köpfe: Mitunter ist das Vertrauen in einzelne Mitglieder des Managements endgültig zerstört. Dann hilft nur der Austausch dieser Führungskräfte, um einen Neuanfang zu bewerkstelligen. Wichtig ist, dass sich die neuen Manager durch ein hohes Maß an Integrität und einen guten Ruf auszeichnen, um so einen Vertrauensvorschuss gewinnen zu können.

9. Vertrauen gewähren: Ein Vorschuss an Vertrauen ist die beste Basis für eine neue Unternehmenskultur, in der die Mitarbeiter Schwierigkeiten als Herausforderung begreifen, die es gemeinsam zu lösen gilt und in der sich die Kollegen auf einander verlassen können.

10. Mit Taten überzeugen: Vertrauen gewinnt man nicht durch Reden allein. Erst Handlungen überzeugen. Das Management muss daher nach Maßnahmen suchen, die schnell und möglicherweise auch symbolträchtig zum Aufbau eines stärkeren Vertrauens umgesetzt werden können. toe

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