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24.03.2003

17:46 Uhr

Krisensichere Anlagen

Renten und Gold gefragt

Die schwindende Hoffnung auf einen kurzen Irak-Krieg hat den Goldpreis am Montag im europäischen Morgenhandel in die Höhe getrieben und das Edelmetall hat einen Teil der Vorwochenverluste wieder ausgleichen können. Auch Renten legten deutlich zu.

HB/rtr LONDON. Anleger zogen am Montag die als krisensicher geltenden Staatsanleihen den Aktien vor. Der richtungweisende Juni-Bund-Future stieg um 61 Basispunkte auf 113,24 Punkte. Die führende zehnjährige Bundesanleihe notierte 59 Ticks höher bei 102,27 Prozent. "Je länger die US-geführten Truppen bis nach Bagdad brauchten und je länger sich der Krieg hinziehe, desto größer sei die Unsicherheit, sagte Alessandro Tentori, Rentenanalyst bei der HypoVereinsbank (HVB). "Und desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir Gewinne bei Anleihen und dem Bund-Future sehen", fügte er hinzu.

Gold profitierte ebenfalls von seinem Ruf als sichere Anlage in Krisenzeiten. Die Schlussnotiz für die Feinunze Gold lag am Montag in London bei 329,80 Dollar. Am Freitag hatte das gelbe Edelmetall zum Handelsschluss noch 326,65 Dollar gekostet. "Der Goldhandel war in der letzten Woche von der Überzeugung geprägt, dass der Krieg am Sonntag vorbei sein würde," sagte Paul Lee von Dresdner Kleinwort Wasserstein. "Aber nun sehen die Leute, dass die Entwicklung nicht so reibungslos verläuft," erklärte Martin Mayne der NM Rothschild in Sydney. In der Vorwoche hatte Gold bei 325,50 Dollar ein Jahrestief markiert. Ein steigender Dollar und feste Aktienmärkte hatten das Edelmetall belastet, nachdem laut Händlern mit dem Kriegsstart die Unsicherheit weggefallen war.

Eine Prognose für den weiteren Verlauf des Goldpreises sei schwierig, erklärte Lee von der Dresdner weiter. Der Handel sei sehr kurzfristig und getrieben von den Ereignissen in Irak. Die Marke bei 330 Dollar, die lange eine Unterstützung dargestellt hatte, scheine nun eine Widerstandsmarke zu sein, so Lee weiter. Er sei allerdings nicht allzu pessimistisch; bald könnten Produzenten ihre Hedge Books schließen und Gold zurückkaufen.

Bei den anderen Edelmetallen stieg Silber auf 4,38/4,40 Dollar je Feinunze von 4,34/36 Dollar am Freitagabend in New York. Platin war eine Spur leichter bei 658,00/663,00 nach 658,50/663,50 Dollar und Palladium notierte bei 222,00/226,00 nach 228,50/233,50 Dollar.

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