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13.03.2003

11:30 Uhr

Kritik an Frankreich

Blair sieht Chancen für zweite Resolution schwinden

Der britische Premierminister Tony Blair hat keine große Hoffnung mehr auf eine zweite UN-Resolution zum Irak. Nach einem Gespräch mit Blair in der Downing Street sagte der konservative Oppositionsführer Iain Duncan Smith, Blair halte eine zweite Resolution jetzt für "weniger wahrscheinlich als je zuvor".

Tony Blair glaubt nicht mehr an eine zweite UN-Resolution. Foto: dpa

Tony Blair glaubt nicht mehr an eine zweite UN-Resolution. Foto: dpa

dpa/rtr LONDON. Blair habe ihm als Grund für seine Einschätzung die französische "Unnachgiebigkeit" genannt, sagte Duncan Smith. Das bedeute nun, dass eine Militäraktion wahrscheinlicher werde, fügte der Oppositionsführer hinzu. Das britische Kabinett trat anschließend zu seiner wöchentlichen Sitzung zusammen.

Blair hatte die Opposition über den Stand der Entwicklungen zum Irak-Konflikt informiert. Die Resolution wurde dem Sicherheitsrat von den USA und Großbritannien vorgeschlagen und soll als Grundlage für einen Militärschlag herangezogen werden können.

Blair habe weiter gesagt, Frankreich verhalte sich mit der Ankündigung eines Vetos gegen den Resolutionsentwurf "vollkommen kompromisslos", berichtete Duncan Smith. Diese Haltung erschwere es Großbritannien und den USA, bislang unentschlossene Sicherheitsratsmitglieder für ihre Position zu gewinnen.

Britische Regierungsvertreter hätten sich im Hinblick auf eine Annahme der Resolution pessimistisch gezeigt, sagte auch der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bernd Mützelburg der ARD. "Wir verspürten eine gewisse Resignation bei unseren britischen Gesprächsberatern", sagte Mützelburg mit Verweis auf das Treffen Schröders mit dem britischen Premierminister Tony Blair am Vorabend. Der Sicherheitsrat plante am Donnerstag weitere Beratungen über Blairs Bedingungen an Irak, denen zufolge Saddam unter anderem im Fernsehen seinen Verzicht auf Massenvernichtungswaffen erklären soll.

Zuvor hatte Außenminister Jack Straw die Ablehnung des britischen Sechs-Punkte-Plans zum Irak durch Frankreich scharf kritisiert. Er bezeichnete die Entscheidung als "eigenartig." Frankreich hätte die Vorschläge "ohne angemesse Prüfung" zurückgewiesen. "Sie (die Franzosen) haben praktisch deutlich gemacht, dass sie gegen alles stimmen werden", sagte Straw vor Journalisten.

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