Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.06.2000

16:26 Uhr

Reuters MÜNCHEN. Die Baader Wertpapierhandelsbank AG will nach den Worten von Vorstandschef Uto Baader in das Emissionsgeschäft und den Aktienhandel über das Internet einsteigen. Baader sagte auf der Hauptversammlung am Montag in München, die Internet-Emissionen sollten das traditionelle Emissionsgeschäft ergänzen. Die über das weltweite Netz begebenen Aktien könnten dann dort auch gehandelt werden. Das Ergebnis in den beiden vergangenen Monaten sei auf Grund der nachlassenden Börsenumsätze nur "zufrieden stellend" gewesen, sagte Baader. Ab August rechnet der seit März im Börsenindex MDAX notierte Makler nach dem Ende der erwarteten Sommerflaute wieder mit einer deutlichen Belebung des Geschäfts.

Baader wolle bei Aktieninformationen, Research und Investor Relations im Internet eines der führenden Portale Deutschlands schaffen, sagte Baader. "Baader wird auch eine Internetaktie", ergänzte er. Auf die zuletzt genannte Zahl von acht Börsengängen im laufenden Jahr, die Baader begleiten wolle, legte er sich nicht mehr fest. Konkret seien drei Börsengänge von Baader-Beteiligungen geplant: Die Coss Systemtechnik AG aus Aalen, an der Baader 11,5 % hält, werde die dabei die Größte sein. Daneben seien die KKF.net AG aus Minden in Westfalen (23,5 %) und das US-Unternehmen MediGlobe "in der Pipeline" für einen Börsengang.

Bisher hatte Baader in diesem Jahr nur die Softing AG an die Börse gebracht. Vorstand Stefan Hock sagte, Baader wolle künftig eher etwas weniger, dafür aber größere Emissionen begleiten. Auch in Tschechien wolle man im Emissions- und im Fondsgeschäft aktiv werden. Kritik übte Vorstandschef Baader am Einstieg des Nürnberger Discount-Brokers ConSors bei der Berliner Effektengesellschaft AG. Damit habe zum ersten Mal eine Bank einen Kursmakler übernommen. Nun müsse man überlegen, entgegen der bisherigen Praxis von diesem die volle Courtage zu verlangen.

Baader sagte, sein Unternehmen wolle bei der erwarteten Konsolidierung der Branche eine aktive Rolle spielen. Der Prozess habe zwar noch nicht begonnen, am Ende würden aber von mehr als 200 Maklerfirmen gerade einmal 15 übrig bleiben. Die Hauptversammlung beschloss für mögliche Zukäufe ein genehmigtes Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre.

Die Beteiligung von knapp 50 % an der KST Wertpapierhandel AG sei strategisch, der Anteil an dem Stuttgarter Skontroführer solle aber nicht ausgebaut werden, sagte Baader. Äußerungen, Baader könne von einem größeren Unternehmen gekauft werden, seien hochgespielt worden. "Wir sind stark genug, um selbstständig zu überleben", betonte er. Eine Beteiligung an Baader sei freilich eine Frage des Preises. Ausländische Interessenten hätten zu wenig geboten.

Die eigene Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von neun schätzt Baader als extrem unterbewertet ein. Am Montag verlor das Papier im Xetra-Handel 3,5 % auf 35,50 Euro. Die Aussichten, dass Baader Analystenschätzungen für den Gewinn von 4,20 Euro je Aktie in diesem und von 5,40 Euro im nächsten Jahr erfüllen könne, nannte der Vorstandschef gut. 1999 hatte das Unternehmen einen DVFA-Gewinn je Aktie von 2,79 Euro ausgewiesen. Die Aktionäre stimmten einer Erhöhung der Dividende auf 1,00 (0,55) Euro je Aktie zu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×