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20.01.2003

11:18 Uhr

Kritik an politisch motivierten Finanzhilfen

Creditrefom rügt Bundesliga-Clubs

Der FC Bayern München ist nach Ansicht der Wirtschaftsauskunftei Creditreform der finanzstärkste Club in den beiden Fußball-Bundesligen. In einer Analyse für die "Süddeutsche Zeitung" bewertete das renommierte Haus den Bonitätsindex des deutschen Rekordmeisters mit 1,83. Auch Borussia Dortmund (2,27), FC Schalke 04 (2,35), Hertha BSC (2,64) und Eintracht Frankfurt (2,85) erhielten Noten über der kritischen 3,0. Allerdings bewertete Creditreform mangels Informationen die Finanzkraft bei nur 13 der 36 Vereine.

HB/dpa MÜNCHEN. Grundsätzlich beurteilt die Auskunftei die wirtschaftliche Situation im deutschen Profifußball kritisch. Sie wirft den Clubs Defizite beim betriebswirtschaftlichen Fachwissen, Mängel bei der finanziellen Transparenz und Schwächen im Controlling vor. Es lasse sich daher von außen nur schwer beurteilen, ob Vereine kreditwürdig seien, zumal auch Einflüsse von Sponsoren auf die Geschäfte der Clubs unklar blieben.

Als Merkmal starker Insolvenzgefährdung gelte bei der Bonitätsbewertung von Unternehmen die Abhängigkeit der Vereine von einem langjährigen Kunden, wie dies in der Bundesliga bei der inzwischen insolventen Kirch Media der Fall gewesen sei. Zudem sei die Verwertung der TV-Übertragungsrechte als Haupteinnahmequelle der Clubs "allem Anschein nach überbewertet" gewesen, bemerkt Creditreform in der Studie.

Kritik übt die Auskunftei an politisch motivierten Finanzhilfen für die Bundesligisten, beispielsweise die Unterstützung des 1. FC Kaiserslautern durch das Land Rheinland-Pfalz. Dies könne zum "Durchfüttern" von Fußballvereinen nach dem Muster großer insolventer Betriebe führen, die aus politischen Gründen erhalten bleiben sollten. Als schlechte Vorbilder werden Maxhütte und Philipp Holzmann genannt.

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