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06.02.2001

14:19 Uhr

Kritik an Simonis

Stolte sieht ZDF als Opfer einer Kampagne

ZDF-Intendant Dieter Stolte hat sich in der Diskussion um die Vergabe der Fernsehrechte an der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gegen die Kritik an seiner Person zur Wehr gesetzt. Er empfinde die Diskussion als "Teil einer Kampagne, deren Ausgangs- und Zielpunkt ich ahnen kann, aber nicht weiß", erklärte Stolte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

bsi099 3 sid 371 vvvvb sid 099 sid MAINZ. Die schlewig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis, selbst Mitglied im Verwaltungsrat des ZDF, hatte in einem von der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Schreiben an Stolte dessen Verhandlungsposition mit Rechteinhaber Leo Kirch kritisiert. Dass Verwaltungsratsmitglieder Kritik üben, daran sei er bereits gewöhnt, erklärte Stolte, neu sei, dass vertrauliche Unterlagen wiederholt öffentlich gemacht würden.

Simonis hatte erklärt, ein Vertrag über die WM 2002 könne und dürfe nur dann zu sachgerechten Bedingungen zu Stande kommen, wenn die Übertragungsrechte für die WM 2006 in Deutschland sicher in den Händen von ARD und ZDF lägen. Einen Alleingang des ZDF-Intendanten wolle sie nicht akzeptieren. Dies ist nach Angaben Stoltes auch kein Thema. "Einen Sonderweg des ZDF wird es nicht geben", erklärte der 66-Jährige. "Wenn gewonnen wird, gewinnen wir gemeinsam, wenn verloren wird, verlieren wir gemeinsam." Am Montag hatte Stolte gemeinsam mit seinem ARD-Kollegen Fritz Pleitgen und dem Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Albert Scharf, erneut mit Kirch-Vertreter Dieter Hahn verhandelt.

Film- und Rechte-Händler Kirch hat gemeinsam mit der Schweizer Marketing-Gruppe ISL die Rechte für die beiden nächsten WM-Endrunden für rund 3,4 Mrd. DM erworben und verlangt für die Übertragungsrechte von etwa 25 Spielen der WM 2006 angeblich die Summe von 500 Mill. DM. Das wäre das Doppelte von dem, was ARD/ZDF für 25 Spiele (von 64) der WM 2002 hinblättern sollen. Kirch ist laut deutscher Gesetze und Vertrag mit dem Weltverband Fifa verpflichtet, Eröffnungsspiel, alle deutschen Spiele sowie Endspiel im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen.

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