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06.03.2003

11:41 Uhr

Kritisch bei Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Studienabbrecher klagen über Lernbedingungen

Sieben von zehn Studienabbrechern bezeichnen die schlechten Bedingungen an deutschen Hochschulen als einen der Gründe für ihr Scheitern. Drei von vier Abbrechern fühlen sich durch ihre Professoren nicht richtig betreut, sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Donnerstag in Berlin.

Reuters BERLIN. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat angesichts der anhaltend hohen Zahl von Studienabbrechern stärkere Anstrengungen der Länder in der Hochschulpolitik gefordert.

Gemeinsam mit dem Bund müssten Studienbetreuung und-organisation an den Hochschulen deutlich verbessert werden, sagte Bulmahn am Donnerstag in Berlin anlässlich der Vorstellung der Studie "Ursachen des Studienabbruchs". Die Ministerin verwies darauf, dass sich drei von vier Abbrechern durch Hochschullehrer nicht ausreichend betreut sehen und die Studienorganisation als unübersichtlich kritisierten. Dies sei ein alarmierendes Ergebnis.

Besonders kritische Noten hätten die Abbrecher der Qualität der Lehre in der Informatik sowie den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften verteilt. Neben verbesserter Betreuung und Beratung sowie dem stärkeren Ausbau von Bachelor- und Masterstudiengängen sollten Fachbereiche an Hochschulen mit einer geringen Abbrecherquote stärker belohnt werden.

Studienmotivation ein wichtiger Grund für Abbruch

In Deutschland brechen derzeit mehr als ein Viertel der Hochschulgänger ihr Studium ohne Abschluss ab. Der Studie zufolge werden problematische Studienbedingungen allerdings nur von acht Prozent der Abbrecher als ausschlaggebend hierfür angegeben. Anfang der 90er Jahre lag dieser Anteil den Angaben zufolge noch doppelt so hoch. Dagegen stieg der Anteil derer, die wegen Finanzproblemen, beruflicher Umorientierung, Prüfungsversagen oder Krankheit abbrachen, deutlich an. Rund 17 Prozent der Abbrecher hätten finanzielle Gründe als ausschlaggebend benannt. Weitere 17 Prozent verließen die Hochschule vorzeitig wegen beruflicher Neuorientierung, 16 Prozent wegen mangelnder Motivation, hieß es in der Studie.

Die durchschnittliche Studiendauer bis zum Abbruch stieg im Vergleich zu 1993/1994 auf 7,6 von 6,5 Semestern an. Dennoch sind den Angaben nach nur acht Prozent der Studienabbrecher ein halbes Jahr nach ihrem Abgang von der Universität noch arbeitslos. Befragt wurden 3000 Studienabbrecher, die sich im Hochschuljahr 2000/2001 exmatrikulierten.

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