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27.01.2007

10:29 Uhr

Kündigung

1. Sie wehren sich mit einer Kündigungsschutzklage

Die erste aller Fragen: Ist die Kündigung überhaupt rechtens, wie muss ich mich verhalten, um finanziellen Schaden von Gehalt und Rente abzuwenden?

"Kaum eine betriebsbedingte Kündigung ist wirklich wasserdicht. Es wimmelt von Fehlern zum Beispiel bei der Frage, ob es im Unternehmen nicht doch eine freie vergleichbare Stelle gibt", sagt Gerhard Kronisch, Hauptgeschäftsführer des Führungskräfteverbandes Chemie, VAA. Er hat 20 Jahre Erfahrung mit dem Thema. "Vor allem für Ältere mit schlechter Jobperspektive lohnt es sich, zu kämpfen."

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Voraussetzungen einer betriebsbedingten Kündigung sind unter anderem: Tarifbestimmungen und Sozialauswahl müssen eingehalten worden sein, es darf kein besagter vergleichbarer Arbeitsplatz zur Verfügung stehen, der Betriebsrat oder für leitende Angestellte der Sprecherausschuss muss angehört worden sein. Vieles also, über das sich streiten lässt. Ist eine Kündigungsschutzklage - in der Regel nach mehreren Monaten - erfolgreich, muss der Arbeitgeber das Gehalt und alle Sozialbeiträge nachzahlen.

Taktik

Für Peter Staudacher, Fachanwalt für Arbeitsrecht in München, ist ein anderer Punkt genauso wichtig wie die juristischen Fragen: "Ist das finanzielle Polster des Gekündigten dick genug, um Monate ohne Gehalt zu überbrücken? Sind seine Nerven gut genug, um in zwei Instanzen dem massiven Druck des Arbeitgebers standzuhalten? Wie sind die beruflichen Perspektiven des Mandanten? Erst danach lässt sich eine erfolg versprechende Strategie festlegen." An Renitenten mit Rücklagen hat sich schon mancher Chef die Zähne ausgebissen.

Es geht letztlich um psychologische Kriegsführung. Hiltrud Kohnen, Arbeitsrechtlerin in der Kölner Kanzlei Hecker, Werner, Himmelreich & Nacken, arbeitet sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer täglich mit Taktik und Strategie: "Auch wenn es bei Kündigungen nicht zimperlich zugeht, nach meiner Erfahrung haben die meisten Unternehmen großes Interesse an einer fairen Lösung, um nicht den ganzen Betrieb zu demotivieren."

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