Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.02.2002

11:28 Uhr

Kuhnt: Eon würde sehr dominante Stellung erhalten

RWE-Chef wehrt sich gegen Ruhrgas-Übernahme durch Eon

Der Essener Energiekonzern RWE wehrt sich entschieden gegen die Übernahme des größten deutschen Gaskonzerns Ruhrgas durch den Düsseldorfer Konkurrenten Eon.

ap MÜNCHEN. In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Münchener Nachrichtenmagazin "Foucs" warnte RWE-Chef Dietmar Kuhnt laut einer Vorabmeldung: "Wenn Eon und Ruhrgas zusammengehen dürfen, könnten alle anderen deutschen Stromversorger in eine starke Abhängigkeit zu einem Wettbewerber geraten."

Die von Eon angestrebte Übernahme der Ruhrgas AG war vom Bundeskartellamt im vergangenen Monat wegen der Gefahr einer marktbeherrschenden Stellung untersagt worden. Doch kündigte der Düsseldorfer Energiekonzern daraufhin an, er wolle das Verbot durch eine Ministererlaubnis außer Kraft setzen lassen. Kuhnt unterstützte nun die ablehnende Haltung des Bundeskartellamtes. "Eon würde durch Ruhrgas eine sehr dominante Stellung bei der Beschaffung von Erdgas für die Stromherstellung erhalten. Das würde dann selbstverständlich auch die Endverbraucher betreffen", zitierte Focus den RWE-Chef.

Der Essener Konzern hat allerdings selbst beträchtliche Interessen auf dem Gasmarkt. Erst vor wenigen Wochen übernahm RWE für 4,1 Mrd. Euro den tschechischen Gas-Konzern Transgas und wurde dadurch die neue Nummer vier im europäischen Gasmarkt. Darüber hinaus sicherte die Übernahme RWE eine strategische Schlüsselposition im hochprofitablen europäischen Erdgastransitgeschäft. Denn Transgas verfügt über eine der Haupttransit-Pipelines für den Transport von russischem Erdgas nach Westeuropa, über die rund 20 Prozent der gesamten westeuropäischen Gasnachfrage transportiert wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×