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10.01.2002

19:00 Uhr

Kundenzahl auf 40 000 verdoppelt

S-Broker wächst langsamer als geplant

Der S-Broker hat seine Kundenzahl seit dem Start Anfang September auf rund 40 000 verdoppelt. Dies sagte Thomas Noth, Aufsichtsratsvorsitzender des S-Brokers und Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Köln, gegenüber dem Handelsblatt.

cd KÖLN. Ursprünglich wollten die Duisburger bis Ende Dezember 60 000 Kunden gewinnen. Der zentrale Sparkassenbroker war mit rund 20 000 Kunden gestartet, welche aus der Zeit stammten, als das Unternehmen unter dem Namen Pulsiv noch dem Bankhaus Trinkaus & Burkhardt gehörte.

"Vor dem Hintergrund der schwachen Börsenentwicklung, unter der alle Onlinebroker leiden, sind wir zufrieden, da wir parallel die Marketingkosten für diese Phase angepasst haben", erklärte Noth. Derzeit arbeiten 130 Beschäftigte bei dem Broker. "Damit liegen wir im Plan."

Ein wichtiges Ziel konnten die Sparkassen bereits fast erreichen: "Die Abwanderung von Kunden zu der Konkurrenz hat sich deutlich verlangsamt", sagt Noth. Mehr als 500 000 Kunden hatten die Sparkassen in den Vorjahren an die Direktbanken verloren. Im Wettbewerb mit den drei größten Onlinebrokern in Deutschland - DAB, Consors und Comdirect - sieht Noth gute Chancen für den S-Broker. "Mit einem Marktanteil von rund 50 % im Retailbereich können die Sparkassen am ehesten die Nische eines reinen Onlinebrokers ausfüllen". Wie schwierig der Markt sei, zeigten Bestrebungen der Hypo-Vereinsbank die Direktanlagebank (DAB) wieder in den Konzern einzubinden.

Grundsätzlich an Consors interessiert

Die Sparkassen sind an einem Kauf des Konkurrenten Consors grundsätzlich interessiert. "Allerdings ist der Preis zu hoch", sagt Noth. Vorteile eines Kaufs der Tochter der angeschlagenen Schmidt-Bank: Bei einem angemessenen Preis könnten die Sparkassen günstig die an Consors verlorenen rund 250 000 Kunden zurückgewinnen und zudem interessante neue Kundenverbindungen knüpfen.

"Keine Konkurrenz ist der S-Broker zu den Sparkassen, die mit eigene Onlineauftritten aktiv sind", sagt Noth. Schließlich entscheide jedes Haus selbst, ob es Kunden an den S-Broker überführe. Dieser sei allerdings ein "Ventil gegen den ruinösen Wettbewerb am unteren Ende der Preisspirale". Vorteilhaft sei dies vor allem für Institute, die bisher versuchten im Rahmen eigener Onlineangebote mit den Tiefstpreisen reiner Onlinebroker mitzuhalten.

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