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31.01.2002

17:13 Uhr

Kupferproduzent verzeichnet Nachfragerückgang

Norddeutsche Affinerie plant Sprung über den Teich

Die Norddeutsche Affinerie AG (NA) zieht es ins Ausland: Man denke über den Bau einer Anlage zur Verhüttung von Kupferkonzentraten in Chile nach. Das sagte Werner Marnette, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, gegenüber dem Handelsblatt.

beu HAMBURG. Im März reist Marnette in das südamerikanische Land, um die Lage zu sondieren: "Wenn sich in Chile etwas tut, wollen wir dabei sein." Gelingt der Schritt, wäre dies das erste Engagement des Konzerns im Ausland.

Als größter Kupferproduzent Europas und weltgrößter Kupferrecycler hat die NA auch die USA im Blick - dort hat jüngst die letzte Recycling-Hütte für Kupferschrott den Betrieb eingestellt. Nun planen die Hamburger, Kupfererzeugnisse in die USA zu liefern und im Gegenzug Kupferschrott zu importieren.

Das im ersten Quartal erzielte Vorsteuerergebnis von 10 Mill. Euro (Vorjahr: 11) bezeichnete Marnette mit Blick auf die Konjunktur und die üblichen Reparaturstillstände im Dezember als "sehr zufriedenstellend". Das erste Quartal sei ein solides Signal fürs gesamte Geschäftsjahr. Dabei lieferte das Kerngeschäft, die Konzentratverarbeitung, den stabilsten Ergebnisbeitrag. Erstmals wird die NA im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 (30.9.) die auf eine Million Tonnen jährlich erweiterte Konzentratverarbeitung voll nutzen können. Eine Umsatz- und Gewinnprognose mochte Marnette wegen der konjunkturellen Unsicherheit nicht abgeben.

Bei der Nachfrage hat die Norddeutsche Affinerie im ersten Quartal, eine leichte Abschwächung hinnehmen müssen. So ging die Produktion von Gießwalzdraht von 83 000 im Vorjahr auf 72 000 Tonnen zurück. Die Produktion von Strangguss sank auf 47 000 Tonnen (55 000). Für die zweite Jahreshälfte erwartet Konzernchef Marnette eine Erholung, die bei beiden Produkten zu spürbar besseren Ergebnissen führen sollte. Den in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres von 495 auf 376 Mill. Euro gesunkenen Umsatz erklärte Marnette neben dem niedrigeren Absatz mit rückläufigen Kupferpreisen. In 2000/01 wurden bei 2 Mrd. Euro Umsatz 65 (74) Mill. Euro Gewinn vor Steuern und 42 (41) Mill. Euro Jahresüberschuss erzielt. Die Dividende blieb mit 0,75 Cent unverändert.

Die bei der Dresdner Bank liegenden 8 % des Aktienkapitals will Marnette nach wie vor in industrielle Hände geben. Die Suche nach einem Interessenten laufe ohne Zeitnot. Wunschpartner seien die bereits mit je 10 % beteiligten OM Group Inc (OMG), Cleveland, und die L. Possehl & Co mbH, Lübeck.

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