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12.03.2003

16:47 Uhr

Kurs soll künstlich aufgebläht worden sein

Jetzt klagen auch US-Aktionäre gegen Bayer

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist in den USA im Zusammenhang mit dem Cholesterinsenker Lipobay nun auch von Aktionären verklagt worden.

Reuters LEVERKUSEN. Bayer werde vorgeworfen, gegen Vorschriften der US-Börsengesetzgebung verstoßen zu haben, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Leverkusen mit. Die Klage sei gegen die Bayer AG, Vorstandschef Werner Wenning sowie den früheren Vorstandschef Manfred Schneider gerichtet. Bayer werde in der Klage vorgeworfen, Sachverhalte im Zusammenhang mit Lipobay nicht bekannt gemacht, beziehungsweise falsch dargestellt zu haben.

Dies solle den Kurs der in den USA gelisteten Bayer-Aktien zum Nachteil der Aktionäre "künstlich aufgebläht" haben. Bayer kündigte an, die Klageschrift auszuwerten und sich dagegen vehement zur Wehr zu setzen. Die Klage sei Bayer bislang noch nicht zugestellt worden.

Der Kurs der Bayer-Aktie brach nach der Mitteilung zeitweise um zehn Prozent auf 10,40 Euro ein.

In der Klage werde Schadensersatz für Personen oder Unternehmen verlangt, die in der Zeit vom 26. Mai 1999 bis zum 23. Januar 2002 an der Nasdaq oder in der Zeit vom 24. Januar 2002 bis zum 21. Februar 2003 an der New Yorker Börse so genannte American Depositary Shares (ADS) von Bayer gekauft haben.

Das Urteil im ersten Schadensersatzprozess um Lipobay gegen Bayer werde unterdessen bereits in den nächsten Tagen erwartet, sagte eine Sprecherin. Bisher gibt es es rund 7800 Klagen im Zusammenhang mit Lipobay. Etwa 450 Klagen wurden gegen Zahlung von insgesamt 125 Millionen Dollar außergerichtlich beigelegt. Zurzeit versucht Bayer, in 500 weiteren Fällen Vergleiche zu schließen. Bayer hatte den Cholesterinsenker Lipobay 2001 vom Markt genommen, weil das Medikament im Verdacht steht, als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können. Insgesamt werden rund 100 Todesfälle mit Lipobay in Zusammenhang gebracht.

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