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05.01.2001

16:01 Uhr

adx BERLIN. Den Direkt-Brokern bläst am Neuen Markt der Wind schon seit Monaten ins Gesicht. Die zu Jahresbeginn geweckte Börsenbegeisterung der Anleger ließ im Sog der in die Tiefe rauschenden Aktienindizes deutlich nach und machte damit auch die Hoffnungen der Direktbanken auf weiterhin stürmische Wachstumsraten zunichte. Einen neuen Tiefpunkt erreichte die Stimmung am Freitag nach Gerüchten über eine Gewinnwarnung des Discount-Brokers ConSors.

ConSors habe im vierten Quartal des Jahres 2000 einen deutlichen Einbruch des Handelsvolumens hinnehmen müssen und werde daher weniger verdienen als erwartet, hieß es unter Marktteilnehmern. Der Kurs der Aktie verlor daraufhin um bis zu 19 %. Am Nachmittag dementierte ConSors-Vorstandschef Karl Matthäus Schmidt das Gerücht: "ConSors hat im vierten Quartal keinen Einbruch im Trade-Aufkommen zu vermelden. Es besteht von daher kein Anlass für eine Gewinnwarnung", sagte Schmidt. Der Aktienkurs erholte sich dennoch nur auf rund 47 Euro und notierte damit auf dem tiefsten Stand seit Oktober 1999.

Die Konkurrenten comdirect und Direkt Anlage Bank (DAB) gerieten ebenfalls unter Druck. Zur aktuellen Orderentwicklung wollten die Institute jedoch keinen Kommentar abgeben. Andreas Bartels, Unternehmenssprecher der comdirect bank, verwies auf die Veröffentlichung der vorläufigen Order- und Kundenzahlen Mitte Januar. Allerdings sei es "kein Geheimnis", dass die letzten drei Monate des Jahres 2000 "nicht viel besser" für die Branche gelaufen sein könnten als das Vorquartal, sagte Bartels auf ddp-Anfrage. Dennoch ist das Jahr 2000 nach Einschätzung des Sprechers "im Prinzip sehr gut" ausgefallen.

Ein Sprecher der Direkt Anlage Bank (DAB) äußerte sich im Gespräch mit ddp ähnlich. "Natürlich sind die Menschen in einer Börsen-Hochphase Aktien gegenüber aufgeschlossener", sagte er. So hänge das Kundenwachstum "sicherlich stärker vom Stand des Dax ab als von den Marketingaufwendungen der Direktbroker". Eine Gewinnwarnung von Seiten des Konkurrenten ConSors wäre aus seiner Sicht jedoch eine "große Überraschung" gewesen, betonte der Sprecher. Aktien der DAB verloren am Freitag bis 15.30 Uhr rund 5,7 % auf 36,50 Euro, comdirect verbilligten sich um 4,9 % auf 23,30 Euro.

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