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22.01.2001

16:22 Uhr

vwd DÜSSELDORF. Die Telekom-Tochter T-Online International AG, Darmstadt, wird für das Jahr ihres Börsenstarts Millionenverluste ausweisen. Bei deutlich höherem Umsatz dürfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bei minus 130 Mill. bis 135 Mill. Euro liegen, wie vwd aus Unternehmenskreisen erfuhr. Für die ersten neun Monate war ein negatives EBITDA von 53,5 Mill. Euro gemeldet worden. Der Umsatz des im Nemax 50 gelisteten Internet-Service-Providers dürfte sich für 2000 im Bereich von 750 Mill. bis 780 Mill. Euro bewegen nach 428 Mill. Euro im Jahr zuvor.

Die seit April 2000 börsennotierte Gesellschaft wird bei der Vorlage ihrer Eckdaten am Mittwoch die Erlöse nach Internet-Zugangsgebühren und Portal-Umsätzen, also den Einnahmen aus den Zukunftsfeldern Bannerwerbung und elektronischem Handel, aufschlüsseln. Hierbei dürfte besonders die Entwicklung des Portal-Bereichs interessieren, wo T-Online nach Einschätzung der Experten - wie auch in der auf vier europäische Länder beschränkten Auslandspräsenz - noch zu schwach positioniert ist. Im dritten Quartal 2000 waren die Portalerlöse gegenüber den Vorquartalen aber bereits überdurchschnittlich gewachsen.

Anleger hatten nicht viel Freude

Wichtig ist aber auch die Performance im Zugangsgeschäft, wo T-Online nach Einführung seiner umstrittenen Flatrate schon kräftig draufgezahlt hat. Angaben zur Kundenentwicklung werden die vorläufigen Eckdaten komplettieren. In den ersten neun Monaten hatte T-Online die Zahl der Nutzer um etwa 83 % auf rund sieben Millionen gesteigert, davon gut eine Millionen in den Auslandsmärkten Frankreich, Österreich, Spanien und Portugal. Zum EBITDA erfuhr vwd aus Unternehmenskreisen, dass man damit rechne, die Vorhersagen führender internationaler Investmentbanken zu treffen, deren engerer Korridort sich zwischen 130 Mill. und 135 Mill. Euro bewege.

In diesen Zahlen sind nicht die anteiligen Sondererlöse aus dem Börsengang der comdirect bank AG von 39,2 Mill. Euro enthalten, an der T-Online mit rund 21 % beteiligt ist. Andere Banken aus Deutschland hatten wenige Tage vor Bekanntgabe der Zahlen freilich noch wesentlich niedrigere Verluste veranschlagt. Zum Börsengang waren in diversen Studien zumeist bis zumindest 2002 deutlich rote Zahlen vorhergesagt worden; frühestens ab 2003 sollen demnach aber die Gewinne kräftig sprudeln. 1999 hatte T-Online noch ein positives Ergebnis von 17,6 Mill. Euro erzielt.

Ihren Anlegern hat die Gesellschaft nicht viel Freude bereitet: Nachdem die Aktie nach mehr als zwanzigfacher Überzeichnung am 17. April zum Preis von 27 Euro in den Handel kam, stieg sie zwar rasch bis auf 48 Euro. Im August fiel der Kurs dann aber erstmals unter den Ausgabepreis und gewann danach nicht mehr an Fahrt. Auch die Berufung des neuen Vorstandvorsitzenden Thomas Holtrop, die wochenlange Personalquerelen beenden sollte, konnte dem Kurs keinen Auftrieb geben, der mit nur 15,20 Euro in diese Börsenwoche startete.



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