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12.01.2001

20:48 Uhr

Reuters FRANKFURT. Der angeschlagene Yen und neue US-Konjunkturdaten haben den Euro am Freitag kräftig auf und ab pendeln lassen. Ihre deutlichen Kursgewinnen vom fernöstlichen und europäischen Devisenhandel büßte die Gemeinschaftswährung am Nachmittag wieder ein, als der $ von unerwartet positiven Daten zu den Einzelhandelsumsätzen und Erzeugerpreisen profitieren konnte. Diese hatten die Befürchtungen über eine allzu harte Landung der US-Wirtschaft Analysten zufolge etwas ins Wanken gebracht. Der Euro notierte gegen 20.30 Uhr MEZ mit 0,9522/26 $ nach einem vorläufigen Tageshoch von 0,9580 $ und einem Tief von 0,9469 $. Zum Yen hatte die Gemeinschaftswährung ein neues 15-Monats-Hoch von 113,15 Yen erreicht, lag später aber überwiegend wieder unter 113 Yen.

Das US-Handelsministerium hatte am Nachmittag in Washington mitgeteilt, die US-Einzelhandelsumsätze seien im Dezember um 0,1 % zum Vormonat gestiegen, nachdem sie im November noch um 0,5 % gefallen waren. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,4 % zum Vormonat erwartet. Die US-Erzeugerpreise haben sich den Angaben zufolge im Dezember zum Vormonat nicht verändert, nachdem sie im November noch um 0,1 % gestiegen waren. Analysten hatten im Mittel einen Anstieg um 0,1 % prognostiziert. Ohne die schwankungsanfälligen Komponenten Nahrungsmittel und Energie (Kernrate) stiegen die Produzentenpreise im Dezember zum Vormonat um 0,3 %.

Seitwärtsbewegung erwartet

Steigende Einzelhandelsumsätze und eine steigende Kernrate widersprechen Analysten der HypoVereinsbank zufolge dem bisherigen Szenario einer kräftigen US-Konjunkturabschwächung. Für den Euro bedeute dies zunächst eine erhöhte Chance für eine Seitwärtsbewegung, schreiben die Analysten in einem am Morgen veröffentlichten Bericht, in dem die Experten die Auswirkungen verschiedener Ergebnisse für die Konjunkturdaten durchspielen.

Wachsende Desillusionierung über die wirtschaftlichen Aussichten in Japan hatten den Yen bereits im Fernosthandel zum $ auf ein 17-Monats-Tief von 118,31 Yen und zum Euro auf ein 15-Monats-Tief von 113,15 Yen gedrückt. Generell sei nicht mit einer schnellen Erholung des Yen aus eigener Kraft zu rechnen, hieß es unter Analysten. Die Regierung in Tokio habe wiederholt deutlich gemacht, dass sie über den schwachen Kurs ihrer Währung nicht allzu besorgt sei. "Und wir haben ja in der Vergangenheit beim Euro gesehen, dass eine solche Haltung die Märkte geradezu einlädt, die betreffende Währung zu verkaufen", sagte ein Händler.

Gold zeigte sich am Freitag in London wenig verändert. Beim Londoner Nachmittagsfixing wurde für die Feinunze ein Preis von 263,70 $ genannt nach 263,65 $ beim vorangegangenen Fixing.

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