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24.01.2003

22:37 Uhr

Kursverluste bei Energie- und Versicherungstiteln belasten

Wall Street schließt schwach

Die zunehmende Angst vor einem Militärschlag der USA gegen Irak sowie Einbußen bei Energie- und Versicherungsaktien haben am Freitag für deutliche Kursverluste an der Wall Street gesorgt. Die maßgeblichen Indizes für die Standardwerte und den breiten Markt fielen zeitweise so tief wie seit drei Monaten nicht mehr. Der Dow-Jones-Index verlor zum Handelsschluss 2,85 Prozent auf rund 8 131 Zähler.

Reuters NEW YORK. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab 3,32 Prozent auf rund 1 342 Punkte nach, und der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 2,92 Prozent auf rund 861 Zähler.

Angesichts der anhaltenden Kriegsängste seien die Investoren nervös und nähmen Gewinne mit. "Gerüchte rasen wild durcheinander und Kriegsängste tragen zu der Unsicherheit bei, weil die Investoren nervös werden", sagte Alan Ackerman, Chefmarktstratege bei Fahnestock & Co. Die Preise für Gold und Öl stiegen am Freitag kräftig. Die Investoren suchten nach Händlerangaben Sicherheit durch Anlagen in Staatsanleihen. Die Angst vor einem Krieg gegen Irak nimmt Händlern zufolge am Markt zu, seitdem die USA ihre militärische Präsenz in der Golfregion verstärken.

Die USA haben Irak am Freitag erneut den Besitz von Massenvernichtungswaffen vorgeworfen. Am nächsten Montag werden Uno-Chefinspekteur Hans Blix und der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohamed ElBaradei, dem Uno-Sicherheitsrat einen umfassenden Bericht über die Waffenkontrollen im Irak vorlegen. Dieser gilt als entscheidend für die weitere Entwicklung der Krise. Außerdem will US-Präsident George W. Bush in der kommenden Woche eine Rede an die Nation halten.

Nach Händlerangaben belasteten außerdem Kursverluste bei Energie- und Versicherungstiteln den Markt. Der Aktienkurs von CMS Energy fiel rund 28,9 Prozent auf 6,07 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, für das Geschäftsjahr 2002 seien wegen Abschreibungen auf Vermögenswerte hohe Verluste zu erwarten. Die Papiere von American Electric Power gaben rund 4,6 Prozent auf 25,65 Dollar nach. Das Unternehmen war im vierten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Die Titel des Versicherungskonzerns AIG verloren rund 8 Prozent auf 56,04 Dollar. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte ihre Bewertung für den gesamten Sachversicherungssektor gesenkt und dies unter anderem mit der anhaltend schwachen US-Konjunktur begründet.

Positive Unternehmensnachrichten vom Vorabend nach US-Börsenschluss konnten die Stimmung am Markt nach Händlerangaben nicht aufhellen. Nortel Networks etwa hatte nach dem zwölften Quartalsverlust in Folge für das zweite Quartal 2003 die Rückkehr in die Gewinnzone angekündigt. Nortel-Aktien waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Die Titel kletterten in New York um 7,5 Prozent auf 2,58 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,53 Milliarden Aktien den Besitzer. 837 Werte legten zu, 2 456 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,55 Milliarden Aktien 894 im Plus, 2 363 im Minus und 16 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 3/32 auf 100-19/32. Sie rentierten mit 3,92 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 14/32 auf 107-26/32 und hatten eine Rendite von 4,86 Prozent.

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