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13.02.2001

13:07 Uhr

ddp BONN. In Deutschland ist die Schwelle von 50 Millionen Handy-Nutzern durchbrochen. Dies teilte der neue Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), Matthias Kurth, am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts 2000 in Bonn mit. Allein im vergangenen Jahr verdoppelte sich die Zahl der Mobiltelefon-Teilnehmer von 23,5 Millionen auf über 48 Millionen. Nach Schätzungen von Kurth dürfte die 50 Millionen-Schwelle aktuell überschritten sein. Damit ist der Handy-Boom aber noch nicht zu Ende. Die Fachleute der Regulierungsbehörde gehen davon aus, dass Deutschland allmählich zu den führenden Handy-Ländern in Skandinavien aufschließen wird. Die Handy-Nutzerrate in der Bundesrepublik lasse sich von derzeit noch knapp 60 Prozent auf bis zu 80 Prozent steigern.

Aber nicht nur das Handy-Geschäft, sondern die gesamte Telekommunikations (TK)-Branche war im vergangenen Jahr von einer ungebrochenen Wachstumsdynamik gekennzeichnet. Mit neuen Produkten und Dienstleistungen habe es weiterhin erhebliche Kunden- und Mengenzuwächse gegeben, sagte Kurth. Neben dem Mobilfunk habe sich vor allem das Internet «als Treibsatz der Entwicklung» erwiesen. Davon habe nicht zuletzt das Festnetz profitiert. So erhöhte sich die Zahl der Verbindungsminuten in nur drei Jahren um über 60 Prozent auf 290 Milliarden. Obwohl die Wettbewerber ihren Marktanteil auf 22 Prozent spürbar ausdehnen konnten, konnte sich auch die Telekom als unangefochtener Marktführer und Ex-Monopolist freuen. Sie steigerte die Zahl ihrer Verbindungsminuten von 178 Milliarden (1997) auf 225 Milliarden im vergangenen Jahr.

Die Zahl der Internet-Nutzer stieg in nur einem Jahr um rund 70 Prozent auf knapp 24 Millionen. Wegen der stark gefallenen Zugangskosten mit Entgelten von nur 2,5 Pfennigen pro Minute gebe es weiterhin erhebliche Wachstumspotentiale im Internet-Bereich, meinte Kurth. Mit Blick auf die hohen UMTS-Gebühren und die starken Irritationen am Aktienmarkt im Telekommunikationsbereich verwies Kurth auf die rasante Zunahme von SMS-Nachrichten. Wurden 1996 erst 41 Millionen SMS verschickt, waren es vergangenes Jahr 14,8 Milliarden. Dies zeige, dass in neuen Angeboten und Dienstleistungen «ungeahnte Potentiale» steckten. "Der TK-Markt ist noch für manche Überraschung gut", unterstrich Kurth.

Getragen von dieser positiven Umsatz- und Geschäftsentwicklung entstanden 2000 weiter zusätzliche Arbeitsplätze. Allein in der TK-Branche im engeren Sinne, die in Wettbewerb zur Telekom AG steht, stieg die Zahl der Beschäftigten um 15 Prozent. Im Vergleich zu 1998 konnte die Telekom die Zahl ihrer Beschäftigten trotz Rationalisierungsanstrengungen in etwa konstant halten. Insgesamt waren Ende 2000 rund 239.000 Menschen im Telekommunikationssektor beschäftigt, wobei kleinere selbständige Dienstleister nicht mitgezählt wurden. Als den eigentlichen "Flaschenhals" in der Marktentwicklung führte Kurth das Ortsnetz an. Deshalb erfordere dieser Sektor auch in Zukunft die besonderen Anstrengungen der Regulierungsbehörde. Es gebe strukturelle Probleme, und der Marktanteil der Telekom-Wettbewerber an den über 50 Millionen Kanälen im Festnetz liege erst bei rund 1,5 Prozent. "Die Bereitschaft dieser Behörde für Wettbewerb im Ortsnetz zu sorgen, ist ungebrochen", fügte der neue Präsident hinzu. Er wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung des Entgelts für die angemietete Teilnehmeranschlussleitung hin.

Die Regulierungsbehörde sorgt seit drei Jahren für die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes nach der Auflösung des Telekom-Monopols.

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