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14.07.2000

17:44 Uhr

Reuters FRANKFURT. In einem sehr umsatzschwachen Handel haben die europäischen Rentenmärkte am Freitagnachmittag weiterhin seitwärts tendiert. Auf die Zustimmung des Bundesrats zur Steuerreform hatten die Euro-Renten vorübergehend mit leichten Kursanstiegen reagiert, bis sie dann in ihre richtungslose Grundtendenz zurückfielen. Händler sprachen von einem sehr ruhigen Handel, unverändert zum Niveau der vergangenen Tage. "Es ist überhaupt nichts los", sagte ein Händler. Die Haupthandelsspanne des Euro-Bund-Futures lag Händlern zufolge bei 104,85 und 105,20. In dieser Spanne dürfte sich der Euro-Bund auch am späteren Nachmittag bewegen. Einige Händler sahen dagegen Aufwärtspotential für den Euro-Bund-Future, abhängig von den Trends an den US-Märkten.

Auf die am Nachmittag veröffentlichten US-Einzelhandelsumsätze und Erzeugerpreise reagierten die europäischen Rentenmärkte kaum. Kurz nach 14.30 Uhr MESZ notierte der Euro-Bund-Future mit zwölf Ticks im Plus bei 105,13 Punkten. Der Einzelhandelsumsatz in den USA ist im Juni nach vorläufigen Daten des US-Handelsministeriums vom Freitag gegenüber dem Vormonat um 0,5 % gestiegen, nach revidiert 0,3 % im Mai. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für den Berichtsmonat bei den Einzelhandelsumsätzen einen Anstieg um 0,4 % erwartet.

Die Erzeugerpreise in den USA sind im Juni 2000 gegenüber dem Vormonat um 0,6 % gestiegen, nachdem sie im Mai unverändert ausfielen, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekanntgab. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Anstieg der Erzeugerpreise im Berichtszeitraum um 0,5 % erwartet.

Tagesthema am Mittwoch war Analysten zufolge die Steuerreform. Auf die Zustimmung des Bundesrats zur Steuerreform reagierten die europäischen Rentenmärkte mit leichten Kursanstiegen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg zwischenzeitlich um 15 Ticks auf 105,16 Punkte. Vor allem Anleihen mit langen Laufzeiten profitierten von der Zustimmung zur Steuerreform.

Auch die etwas freundlichere Tendenz an den US-Anleihemärkten haben sich Analysten zufolge positiv für das lange Ende ausgewirkt. Die lethargische Grundstimmung halte jedoch an. Angesichts des geringen Handelsvolumen sei der Handel überwiegend von technischen Faktoren bestimmt. Ein Trend lasse sich nicht erkennen.

Entwicklung an US-Märkten von entscheidender Bedeutung

Für den weiteren Verlauf an den europäischen Rentenmärkten dürften Händlern zufolge die Entwicklung an den US-Märkten, vor allem bei den Treasuries von entscheidender Bedeutung sein. Große Kurssprünge wurden von Analysten jedoch als unwahrscheinlich eingeschätzt. Nach der Kursrally der US-Staatsanleihen am Donnerstag wird heute mit Gewinnmitnahmen gerechnet. "Ich rechne mit keinen großen Impulsen vom US-Markt" sagte ein Händler.

Einfluss auf die Entwicklung an den Rentenmärkte könnte Analysten zufolge der Euro-Kurs haben. Die Europäische Gemeinschaftswährung hatte nach der Bundesrats-Zustimmung zur Steuerreform vorübergehend Untersützung gefunden, dann jedoch wieder nachgegeben. Langfristig dürfte sich die Verabschiedung der Steuerreform jedoch günstig für den Euro auswirken, sagten Analysten. Dies könnte wiederum den europäischen Anleihemarkt beleben. Die Schwäche des Euro wurde bisher immer wieder mit dem Reformunwillen der Volkswirtschaften in der Euro-Zone begründet. Dies belastete häufig auch die Rentenkurse, da Anleger bei einem schwachen Wechselkurs höhere Zinsen bei festverzinslichen Papieren fordern und damit niedrigere Preise akzeptieren. Auf am Freitag veröffentlichte europäische Konjunkturdaten reagierten die Euro-Renten kaum.

Gegen 15.15 Uhr MESZ lag der Euro-Bund-Future mit zwölf Ticks im minus bei 104,89 Punkten. Der Bobl-Future notierte neun Ticks schwächer bei 102,78 Punkten. Der Schatz-Future lag fünf Ticks tiefer bei 101,33 Zählern. Die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2010 notierte mit 99,80 Punkten und einer Rendite von 5,27 % gegenüber 99,91 % zum Vortagesschluss (Rendite: 5,255 %). Der Euro notierte zuletzt mit 0,9340/42 $.

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