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27.01.2005

15:24 Uhr

„Warum nicht gleich so, Herr Seifert?“ möchte man dem ehrgeizigen Chef der Deutsche Börse AG zurufen. Denn der heute vorgelegte Katalog von Details zu den Plänen, die Londoner Börse zu übernehmen, schafft endlich die bisher fehlende Klarheit über Motive und Ziele. Natürlich geht es um Macht und Einfluss – eine Fusion von Deutsche Börse und London Stock Exchange hätte historische Dimension. Und ihr hartnäckiger Verfechter würde sich damit ein Denkmal setzen. Den Vorstoß Frankfurts, das viel größere London zu übernehmen, allein damit zu begründen und zu kritisieren, wäre freilich ein allzu primitiver Ansatz. Denn es geht doch um viel mehr, um Antworten auf wichtige wirtschaftliche und Wettbewerbsfragen. Die sind geliefert worden:

Eine neue Gruppe aus Frankfurt und London würde nicht nur die Führungsrolle in Europa einnehmen, sondern zugleich zum ersten Global Player im Wertpapier- und Derivategeschäft vom Handel bis zur Abwicklung. Den Aktionären wird ein beträchtlicher Nutzen aus Synergien versprochen und beziffert, den Kunden werden u.a. sofortige Preisreduzierungen zugesagt, Emittenten und Anleger sollen von der höheren Liquidität der Märkte profitieren. Es gibt Bonbons für die Players an der Themse ebenso wie Beruhigungspillen für die Akteure am Main – die erhalten übrigens eine wichtige Bestätigung: Zulassung, Handel und Regulierung an der Frankfurter Börse sollen unverändert fortgeführt werden, Frankfurt soll auch weiterhin Firmensitz und weltweite Zentrale bleiben. Also: Unser Finanzplatz kann aufatmen und über das Kurspotenzial der Deutsche Börse AG spekulieren!

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