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23.04.2003

15:00 Uhr

Kutzers Corner

Ein ABS für Bankbilanzen

VonHermann Kutzer

Dass der Dax den 3 000er wieder packen will, dass deutsche Aktien sich jetzt besser entwickeln als amerikanische, ist nicht allein die Folge des allgemeinen weltpolitischen Aufatmens.

Es gibt - wie in den Vormonaten - auch "hausgemachte" Einflussfaktoren, mittlerweile mit positivem Vorzeichen: Das Aufatmen im Bereich der großen Finanzdienstleister. Nach dem spektakulären Erfolg der Allianz-Kapitalerhöhung sorgt nun die Kreditwirtschaft für Schlagzeilen: "Banken werfen Kreditlasten ab", "Großbanken stoßen Risiken ab", "Banken verschaffen sich Kapitalentlastung", so und ähnlich titeln die großen Zeitungen.

Heute Vormittag ist diese Initiative großer deutscher Banken und der bundeseigenen KfW vorgestellt worden. Vereinfacht geht es darum, durch Nutzung der Möglichkeiten auf dem Kapitalmarkt Risiken auszulagern und die Bankbilanzen zu entlasten. Dafür wird eine gemeinsame Zweckgesellschaft gegründet, die zur Refinanzierung sogenannte Asset Backed Securities (ABS) platziert - ABS also eine Art Anti-Blockier-System für die Kreditwirtschaft. Und das sind für Großanleger attraktive Wertpapiere, weil sie in der Regel das höchste Rating "AAA" erhalten.

Das Modell wird von den Beobachtern zwar nicht unkritisch beäugt. Doch kann es zu einem weiteren Element der Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt werden. Und der kann das gut gebrauchen. Mehr noch: Eine Entlastung der Bankbilanzen und damit neue Spielräume für die Kreditversorgung unserer Wirtschaft - nicht zuletzt des Mittelstands - sind Perspektiven von volkswirtschaftlichem Bedeutung.

Ich sammle weiter gute Nachrichten - nicht nur bis morgen!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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