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12.01.2005

11:05 Uhr

Kutzers Corner

Eine Inflation, die keine ist

VonHermann Kutzer

Wie immer erst die schlechte Nachricht: Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Durchschnitt des vergangenen Jahres so stark wie seit drei Jahren nicht mehr gestiegen. Die gute Nachricht: Gestiegen ja, aber längst noch nicht hoch, denn die sogenannte Inflationsrate lag 2004 bei 1,6 Prozent.

HB FRANKFURT. Mit anderen Worten: Es gibt nach wie vor gar keine Inflation und sie droht auch nicht – trotz eines seit Jahren relativ hohen Geldmengenwachstums. Gerade die Zusammenhänge von Geldmenge, Preisen und damit der Teuerungsrate in Verbindung mit der Wirtschaftslage sind eine Dauer-Streitthema in der Fachwelt, wenn über die geldpolitischen Maßnahmen und ihre Folgen für die Märkte diskutiert wird.

Unsere Zentralbanker haben in den zurückliegenden Jahrzehnten wirklich gut gearbeitet und für eine erstaunliche Stabilisierung des Geldwerts gesorgt. In manchen Ländern bzw. Märkten sind sogar gegenteilige Tendenzen zu beobachten, also deflationäre Entwicklungen. Hier in Frankfurt ist aber die Inflationsangst in Fleisch und Blut der Währungshüter übergegangen. Sie würden das Geld lieber allmählich verknappen und damit teurer machen, also wie in Amerika die Leitzinsen langsam anheben, um frühzeitig einer Inflationstendenz zu begegnen. Diesen Kurs lassen aber das schwache Wirtschaftswachstum und der starke Euro nicht zu.

Ja, einige Experten raten der Europäischen Zentralbank mittlerweile, die Zinsen zu senken. Eine ziemlich komplizierte Geschichte! Bleiben Sie gerade bei diesem Thema gelassen, denn massive Preissteigerungen und Zinserhöhungen rücken mit jedem Tag weiter in die Ferne. Und das ist gut für die Börse!

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