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28.04.2003

14:00 Uhr

Kutzers Corner

Fatale Auswanderungsgedanken

VonHermann Kutzer

Lieben Sie die Schweiz? Warum nicht, oder? Sie haben es wahrscheinlich gelesen, dass Ulrich Schumacher - nach monatelangem Vorgeplänkel - jetzt ernst machen will: Die Schweiz wird vom Infineon-Chef als neuer Firmensitz favorisiert.

Auch Epcos denkt seit kurzem darüber nach, seine Zentrale ins Ausland zu verlagern. Deutschland habe ein Standortproblem, beklagen die vor allem mit dem Steuersystem unzufriedenen Topmanager. Was sollen wir davon halten?

Lassen Sie mich denkbare Extremmeinungen beschreiben: "Das wäre eine Katastrophe, wenn es soweit käme", werden die einen beklagen. Denn das könnten andere Unternehmen zum Vorbild nehmen und den Standort D zusätzlich in Misskredit bringen. "Lasst Infineon doch gehen, wir leben schließlich im Zeitalter der Globalisierung", mögen andere cool abwinken und weiter argumentieren: Hauptsache, die Produktion bleibt hier, wegen des Erhalts der Arbeitsplätze.

Ich finde: der Vorgang an sich, schon das laute Nachdenken, ist fatal und bezeichnend. Das wirtschaftspolitische Drama darf doch nicht dazu führen, dass die wirtschaftlichen Hauptdarsteller die Bühne verlassen. Im Gegenteil, der privatwirtschaftliche Sektor selbst muss das Heft in die Hand nehmen, die Hauptakteure sollten sogar zu Regisseuren werden.

Wenn?s schon die Politik nicht bringt, dann braucht wir umso mehr starke Unternehmer und Manager, die sich zum Standort Deutschland bekennen und für ihn arbeiten - keine frustriert-larmoyanten Führungskräfte. So sollten Sie kein Vorbild werden, Herr Schumacher!

Machen Sie?s gut - und "Uf Wiederluege!"

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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