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25.03.2003

11:36 Uhr

Kutzer's Corner

Keine Angst - noch nichts verpasst!

VonHermann Kutzer

Christine G. aus Ö. wird langsam ungeduldig, hat Angst, den Anschluss zu verpassen. Die treue n-tv-Zuschauerin fragt nach einer langen Auslandsreise und durch den jüngsten Kursverlauf irritiert, ob es für einen Wiedereinstieg schon zu spät sei.

Wegen der unsicheren geopolitischen Lage und des amerikanischen Schuldenproblems hat sie nur zugeschaut. War das falsch?

Ich meine, nein. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat soeben den Optimismus der Finanzmärkte, der sich Kriegsbeginn in steil sinkenden Ölpreisen und steil steigenden Aktienkursen ausdrückte, als "naiv" kritisiert. Gleichzeitig warnte er vor volkswirtschaftlichen Rückschlägen als Folge der Kriegsentwicklung im Irak. Aber auch an anderer Stelle können Sie heute von wieder von wachsender Unsicherheit und Ernüchterung an den Börsen hören und lesen. Andererseits heißt es im Handelsblatt, die Hedge-Fonds hätten maßgeblich zum jüngsten Kursaufschwung beigetragen: Der Pessimismus der spekulativen Hedge-Fonds-Manager sei gewichen, sie hätten ihre Aktienbestände zuletzt wieder kräftig aufgestockt.

Wie dem auch sei: Das Aufatmen des Aktienmarkts in der vergangenen Woche war sicher nicht nur eine Folge der voreiligen Hoffnung, der Irak-Krieg sei innerhalb weniger Tage zu Ende. Eine große Rolle haben wohl auch die massiven Deckungskäufe der Baisse-Spekulanten gespielt, gerade angesichts des "Hexensabbats" an den Terminmärkten. Bis auf weiteres sieht es so aus, als bliebe der Ölpreis die wichtigste Orientierungslinie für den Aktienhandel. Wird Rohöl teuer, werden Aktien billiger.

Nein, Christine, Sie haben nichts verpasst

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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