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18.03.2003

16:17 Uhr

Kutzers Corner

„Wenn Krieg beginnt und Kurse steigen“

VonHermann Kutzer

So lautete die Überschrift meines Tagesreports - am 17. Januar 1991. Ich zitiere weiter von diesem Tag, denn werden überall wieder die Vergleiche mit dem damaligen Golfkrieg gezogen: "Ein Kriegsbeginn weckt Friedenshoffnungen."

Die Finanz- und Rohstoffmärkte, zuvor von der Kriegsangst wie gelähmt, haben spontan euphorisch auf die Erfolgsberichte über die Operation Wüstensturm reagiert. Erleichterung auf dem Parkett, die Märkte erholen sich von schweren Rückschlägen. Aber kein Anlass zum Jubel."

Heute, 12 Jahre später, sind die Aktienbörsen viel volatiler: Die Kursrückgang im Vorfeld ist stärker ausgeprägt gewesen, dementsprechend größer ist jetzt das Erholungspotenzial. Bemerkenswert auch die Tatsache, dass die Erholung schon begonnen hat, bevor die Kanonen donnern. Warum das? Professionelle Akteure, z.B. Hedge Fonds, die zuletzt auf weitere Kursverluste gesetzt haben, nehmen jetzt Deckungskäufe vor. Das Timing hat sicher auch etwas mit dem bevorstehenden großen Verfallstag an den Termin-märkten zu tun. Vorhin erzählte mit einer dieser Akteure, er habe seine Positionen jetzt glatt und warte nun ab.

Blättern wir noch einmal zurück: "Dies ist nicht die Zeit der Analyse, sondern der guten Nerven", kommentierte der Chefvolkswirt einer Großbank die Lage einen Tag vor dem Golfkrieg 1991. Er wie die meisten seiner Kollegen war damals zuversichtlich, dass sich die Börse nach einem kurzen Konflikt bald wieder fangen würde, wobei man eine Aufhellung des zuvor getrübten Konjunkturbilds einkalkulierte. Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor?

Der Dax tat sich dann, im Jahresverlauf 1991, ziemlich schwer und erholte sich nicht so gut wie etwa die Wall Street. Immerhin schloss er um 12 Prozent höher, vor 12 Jahren, bei 1 578 Punkten. Hoffentlich ist das nicht das Niveau vom Jahresende 2003! Bleiben Sie weiter vorsichtig - bis morgen!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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