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13.01.2005

14:30 Uhr

Kutzers Corner

Wir brauchen mehr Aktionäre

VonHermann Kutzer

Nein, mit diesen Zahlen dürfen wir nicht zufrieden sein! Wenn das Deutsche Aktieninstitut (DAI) heute von einer „Stabilisierung der Aktionärszahlen“ spricht, dann ist dies im Vergleich zum massiven Rückgang Mitte 2004 sicher richtig, der rückläufige Trend hat sich abgeschwächt.

HB FRANKFURT. Aber er ist noch da, noch nicht gebrochen und geht bereits ins vierte Jahr. Ja, es ist erfreulich, dass wieder mehr Bundesbürger direkt Aktien kaufen. Doch relativiert sich diese Zunahme, wenn man die vorangegangene Abnahme betrachtet. Gravierender ist die Feststellung, dass sich der Rückzug aus der indirekten Aktienanlage fortsetzt: Laut DAI-Statistik ist die Zahl der Fondsbesitzer allein im zweiten Halbjahr 2004 um 341 000 auf 7,7 Millionen zurückgegangen. Noch ein Vergleich: Mehr als die Hälfte der in den neunziger Jahren neu gewonnenen Aktionäre hat sich seit 2001, als die meisten Anteilseigner gezählt wurden, wieder von der Direktanlage verabschiedet.

Warum? Man kann die platzende New-Economy-Blase und das bittere Ende des Neuen Markts beklagen sowie auf den Performance-Frust vieler Telekom-Anleger und Fondskäufer verweisen – all dies ändert jedoch nichts an der dringenden Notwendigkeit, dass wir deutlich mehr Aktionäre brauchen. Es kann volkswirtschaftlich nicht sinnvoll sein, wenn alternative Instrumente (z.B. Zertifikate) boomen, das klassische Instrument der Eigenkapitalfinanzierung, die Aktie, aber zugleich zu einem Mauerblümchen verkümmert. Ich warne davor, an dieser Stelle zu viel Gelassenheit zu demonstrieren, etwa nach dem Motto: Mit der nächsten Hausse kehren die Aktionäre zurück. Kehren Sie der Börse nicht den Rücken, sondern machen Sie was draus – und machen Sie’s gut!

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