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21.01.2003

20:10 Uhr

Lafarge gibt kräftig ab

Kriegssorgen belasten europäische Börsen

Die europäischen Aktienbörsen haben am Dienstag im Sog schwacher US-Vorgaben zum fünften Mal in Folge im Minus geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index büßte 0,9 Prozent auf 2318 Punkte ein. Nach Händlerangaben war das insgesamt volatile Geschäft zudem von der Furcht vor einem baldigen Krieg im Irak belastet. Die Verluste seien breit gestreut gewesen, hieß es weiter. Sämtliche Sektoren mit der Ausnahme von Telekomaktien lagen im Minus.

Reuters. Weit vorne auf der Verliererliste standen die Aktien der französischen Zementgruppe Lafarge, die vor der Bekanntgabe ihrer Verkaufszahlen für 2002 am Donnerstag 4 Prozent einbüssten. Schwache Zahlen des mexikanischen Zementproduzenten Cemex zogen die Branche nach unten. Gemieden wurden auch die Aktien des Aluminiumherstellers Pechiney, die im Sog der schwachen Zahlen des US-Konkurrenten Alcan um 6 Prozent einbrachen. Fester tendierten die Aktien der Telekomfirmen und ihrer Zulieferer. Deutsche Telekom, die von einer Heraufstufung durch ABN Amro profitieren konnten, verbesserten sich um 2,3 Prozent. France Telecom waren ebenfalls fester. Fast fünf Prozent konnten Alcatel zulegen.

LONDON: Der Londoner Aktienmarkt schloss belastet von schwachen Ölwerten erneut leichter. Der FTSE 100-Index verlor 1,1 Prozent auf 3 736,7 Zähler. In Bezug auf Ölaktien verwiesen Börsianer auf Sorgen über sinkende Margen im Raffineriegeschäft und ein mögliches Ende der Streikbewegung in Venezuela, das die Preise unter Druck setzen könnten. BP büssten 1,6 Prozent ein, Shell verloren 2,9 Prozent. Gemieden wurden auch Finanzwerte. Die Titel des größten britischen Versicherers Aviva gaben 4 Prozent nach. Etwas Unterstützung sei von Telekomaktien gekommen, die von einem positiven Kommentar von Merrill Lynch profitierten. British Telecom gewannen 1,6 Prozent, während Vodafone knapp 1 Prozent vorrückten.

ZÜRICH: Die Schweizer Aktien schlossen nach einigem Auf und Ab schwächer. Händler sprachen von einer bewegten Sitzung, in der immer wieder einzelne Werte ihre Richtung geändert haben. "Klar war nur, wohin die Reise beim Krediter ging," sagte ein Börsianer. Die Aktien der CS Group legten trotz eines Rekordverlustes von 3,4 Mrd. sfr im Jahr 2002 zeitweise über 5 Prozent zu und notierten zuletzt noch 2,5 Prozent fester. Der Blue Chip-Index SMI beendete den Handel 0,6 Prozent tiefer mit 4 650,6 Punkten nahe dem Tagestief.

PARIS: An der Börse Paris büßte der CAC 40-Index 0,9 Prozent auf 2 992,4 Punkte ein. Als Kurtreiber nach unten erwiesen sich die Titel des Zementherstellers Lafarge, die im Sog von enttäuschend ausgefallenen Zahlen eines Konkurrenten 4 Prozent verloren. Gemieden wurden wie anderswo auch Finanzwerte. BNP Paribas büßten 2,3 Prozent ein. Als einer der wenigen Lichtblicke erwiesen sich die Aktien des Telekomausüsters Alcatel, die nach einer Broker-Heraufstufung 4,6 Prozent zulegten.

BENELUX: Die Benelux-Börsen schlossen im Minus. Der Amsterdamer AEX-Index gab 1,7 Prozent auf 307,7 Zähler nach, während der Brüsseler Bel20-Index 1 Prozent auf 1 925,9 Punkte verlor. Als Kurstreiber nach unten erwiesen sich Finanzwerten wie Aegon, ING, Dexia sowie Fortis, die sich zwischen 1 Prozent und 3 Prozent abschwächten. Bei den Einzelwerten stachen die Papiere des Medikamenten- und Kosmetik-Distributors Omega Pharma hervor, die gegen den Trend 3,4 Prozent kletterten. Händler verwiesen dabei auf die Mitteilung von Omega, zwei kleinere Unternehmen in Portugal und Frankreich erworben zu haben.

MAILAND: Der Mib30-Index verlor 1,6 Prozent auf 23 305 Punkte. Als Belastung erwiesen sich einmal mehr die Aktien des Autokonzerns Fiat, die 4 Prozent nachgaben. Händler verwiesen dabei auf die Mitteilung, dass die defizitäre Autosparte die Gewinnschwelle im vierten Quartal nicht erreicht habe. Gefragt waren dagegen Capitalia, die 1,2 Prozent zulegten. Händler verwiesen dabei auf Short-Eindeckungen.

MADRID: An der Börse Madrid verlor der Ibex 35-Index 0,7 Prozent auf 6 346,3 Zähler. Gemieden wurden die Aktien der beiden Bankriesen. Santander Central Hispano verloren 2 Prozent. BBVA gaben 1,2 Prozent nach. Unter Druck standen auch die Titel des Stromkonzerns Endesa, die 3 Prozent einbüßten.

SKANDINAVIEN: Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen lag bei Handelsende ein Prozent im Minus bei 233 Punkten. Händler sprachen von einem volatilen Geschäft. Die beiden schwer gewichteten Technologiewerte Nokia und Ericsson schlossen unterschiedlich stark im Minus. Während die Ericsson-Aktie 2 Prozent verlor, notierten Nokia zum Handelsende knapp gehalten 0,1 Prozent schwächer. Im Fokus der Anleger standen die Titel des schwedischen Telekomausrüsters Allgon, die im Sog eines Übernahmeangebotes 22 Prozent in die Höhe schnellten.

WIEN: Der ATX-Index der Börse Wien stieg um 0,4 Prozent auf 1 161 Zähler. Als Kurstreiber nach oben wirkten Erste Bank, die 3,1 Prozent kletterten. Gesucht waren auch Austrian Airlines, die 1,3 Prozent gewannen.

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