Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.02.2002

20:06 Uhr

Lage von Chrysler nicht so schlecht wie befürchtet

Daimler-Zahlen heizen die Spekulationen an

Mit einer nebulösen Informationspolitik verunsichert Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp die Märkte. Auslöser ist die jüngste verkappte Gewinnwarnung, bei der Schrempp den erwarteten Betriebsgewinn drastisch zurücknahm.

brb STUTTGART. Seither rätseln die Märkte über die Ursache der Schwierigkeiten und wundern sich gleichzeitig über die optimistischen Prognosen der US-Tochter Chrysler. Chrysler-Chef Dieter Zetsche hält trotz der Gewinnwarnung seines Chefs und der schlechteren Marktbedingungen daran fest, in diesem Jahr mit Gewinn abzuschließen. Umso mehr schießen die Spekulationen über den Grund der Gewinnwarnung ins Kraut. Viele vermuten, dass Chrysler trotz Zetsches Beteuerungen die Hauptschuld trägt. So geht nicht nur Autoanalyst Christian Breitsprecher von der Deutschen Bank davon aus, dass Chrysler 2002 einen Betriebsverlust von 900 Mill. Euro ausweisen wird. Und sogar die bislang überaus erfolgreiche Sparte Mercedes Pkw sah sich schon Spekulationen gegenüber, dass dort der Gewinn deutlich zurückgehen werde.

Tatsächlich hat die vage Informationspolitik des Konzerns das Verwirrspiel um das Ergebnis ausgelöst. So kann Chrysler trotz der sehr viel schlechteren Marktbedingungen in den USA 2002 mit einem Gewinn abschließen. Der Grund: In seiner ursprünglichen internen Prognose hatte Konzernchef Schrempp für Chrysler einen "substanziellen Gewinn" veranschlagt, hieß es aus Unternehmenskreisen. Das aber verschwieg Schrempp in der Öffentlichkeit, hier redete er nur davon, Chrysler werde einen Gewinn größer als null ausweisen.

Diese Prognose vom Februar 2001 nehmen die Märkte bis heute für bare Münze, daher mussten sie nach der Gewinnwarnung Schrempps zwangsläufig davon ausgehen, dass sich die Situation bei Chrysler wieder verschlechtert hat. Seither hat die Daimler-Aktie mehr als 10 % an Wert verloren.

Konzernchef Jürgen Schrempp wird am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz viel zu erklären haben. Mehr denn je stellt sich die Frage, woher die von gut 5,5 Mrd. Euro auf geschätzt "sehr deutlich mehr als 2,6 Mrd. Euro" verringerte Gewinnprognose rührt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×