Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2001

07:21 Uhr

afp SANTIAGO DE CHILE. Der chilenische Präsident Ricardo Lagos hat sich schockiert über den Bericht zu 180 Gefangenen geäußert, die unter der Gewaltherrschaft von Augusto Pinochet verschwunden sind. "Die Information, die ich bekommen habe, ist brutal und schmerzhaft", sagte er am Sonntag (Ortszeit) in einer Fernsehansprache. In dem Bericht sei von Toten, geheimen Bestattungen und in Gewässer geworfenen Körpern die Rede. 130 der vermissten Gefangenen seien ins Meer, in Seen oder Flüsse geworfen worden, etwa 20 seien in einem Massengrab in der Region um Santiago verscharrt worden. Lagos hatte am Freitag einen Bericht der Armee bekommen, der das Schicksal von einem Teil der rund 1200 Oppositionellen aufklären soll, die unter der Diktatur von Pinochet verschwunden sind.

Grundlage für den Bericht war ein Abkommen der so genannten Dialog-Gruppe, der unter anderem Vertreter der Streitkräfte, der Polizei und von Glaubensgemeinschaften angehören. Lagos erklärte, er habe die Informationen bereits am Samstag dem Obersten Gerichtshof übergeben.

Pinochet war am Sonntag einer gerichtlich angeordneten Gesundheitsuntersuchung ferngeblieben, bei der seine Verhandlungsfähigkeit geprüft werden sollte. Der 85-Jährige könnte sich der Untersuchung auch noch am Montag unterziehen, bevor er am Dienstag vernommen werden soll. Gegen ihn sind in Chile mehr als 200 Klagen anhängig. Ihm werden schwere Menschenrechtsverbrechen während seiner Gewaltherrschaft von 1973 bis 1990 vorgeworfen.



Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×