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14.06.2000

16:26 Uhr

dpa/rtr HANNOVER. Die im neuen Rundfunkstaatsvertrag festgelegten Richtlinien für Fernsehwerbung sind rechtskräftig. Nach der Direktorenkonferenz stimmten auch die zuständigen Fachgremien der Landesmedienanstalten den Werbebestimmungen zu, teilte die gemeinsame Stelle Werbung der Landesmedienanstalten am Mittwoch in Hannover mit. Nach dem seit 1. April geltenden Rundfunkstaatsvertrag sind erstmals neue Werbeformen wie die Bildschirmteilung ("Split Screen") und virtuelle Werbung möglich. Werbung auf einem geteilten Bildschirm sei nur noch bei Kindersendungen und der Übertragung von Gottesdiensten verboten, sagte ein Sprecher der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM). Gesetzlich erlaubt ist diese "Split-Screen-Werbung" bereits seit April, als der entsprechende Rundfunkstaatsvertrag in Kraft trat. Auf dieser Grundlage haben die Medienanstalten mit ihrer jüngsten Entscheidung eine Werberichtlinie verabschiedet, die für alle privaten Fernsehsender bindend ist.

Bandenwerbung kann für Fernsehzuschauer mit anderen Motiven verdeckt werden

Die NLM hat bei der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten den Vorsitz der Gemeinsamen Stelle für Werbung, die die Werberichtlinie einstimmig billigte. Der Privatsender RTL hat die neue Werbeform mit geteilten Bildschirmen bereits mehrfach bei der Übertragung von Sport-Veranstaltungen eingesetzt. Der NLM-Sprecher sagte weiter, ebenfalls bei Sport-Übertragungen sei künftig auch virtuelle Werbung erlaubt. Durch Einblendungen auf Werbebanden beispielsweise am Fußballfeld könne so im Fernsehen andere Reklame gezeigt werden als im Stadion.

Neben diesen Lockerungen der Werberichtlinien wurden die Bestimmungen für Sponsoren-Hinweise verschärft. So muss der NLM zufolge ein Sponsoren-Hinweis künftig wieder eindeutigen Bezug zu der geförderten Sendung aufweisen. In der Vergangenheit hätten sich diese Hinweise immer mehr zu kurzen Werbespots entwickelt, sagte der NLM-Sprecher.

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender haben eigene Werberichtlinien. Die ARD übernahm nach eigenen Angaben bereits die neuen gesetzlichen Regelungen in diese Werberichtlinien, plant aber vorerst weder Split-Screen-Werbung noch virtuelle Reklame.

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