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03.04.2006

10:49 Uhr

Lange Leidenszeit

Ärzte haften für Behandlungsfehler

Leidet ein Patient aufgrund von Behandlungsfehlern eines Arztes mehrere Wochen an Schmerzen, so muss der behandelnde Arzt grundsätzlich Schmerzensgeld zahlen. Das geht aus einem am Montag bekannt gewordenen Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz hervor.

Ärzte müssen für falsche Behandlung haften. dpa

Ärzte müssen für falsche Behandlung haften.

HB KOBLENZ. Allerdings kommt selbst bei mehrwöchigem Leiden nur ein geringes Schmerzensgeld in Frage, falls der Patient nicht beweisen kann, dass die Schmerzen ohne den Behandlungsfehler nicht oder nicht so lange aufgetreten wären (Az.: 5 U 1330/04).

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Schmerzensgeldklage eines Patienten statt. Der Kläger hatte nach einem Sturz Glassplitter in der Hand. Der behandelnde Unfallarzt übersah zwei Splitter, weil er auf eine Röntgenaufnahme verzichtete. Der Kläger hatte deshalb etwa sieben Wochen mit Schmerzen zu kämpfen, bevor ein anderer Arzt die Glassplitter bemerkte und entfernte.

Das OLG hielt dem Unfallarzt vor, seine Sorgfaltspflichten verletzt zu haben. Gleichwohl hielten die Richter ein Schmerzensgeld von 1 000 Euro für ausreichend. Der Kläger habe nämlich nicht bewiesen, dass er beim sofortigen Entfernen der Splitter sofort oder früher schmerzfrei gewesen oder die Heilung günstiger verlaufen wäre.

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