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25.01.2002

06:00 Uhr

Langfristig Hoffnung für Parkinson-Patienten

Gehirnzellen aus embryonalen Stammzellen

Einem israelischen und einem deutsch-amerikanischen Forschungsteam ist es unabhängig voneinander gelungen, menschliche embryonale Stammzellen in Vorläufer von Gehirnzellen umzuwandeln. Diese haben sich anschließend im Gehirn neugeborener Mäuse zu Neuronen und verschiedenen anderen Zellen weitergebildet, berichtet das Fachblatt "Nature Biotechnology". Damit stehe nun eine Methode zur Verfügung, mit der Zellen zur Reparatur von zerstörtem Nervengewebe hergestellt werden können.

mer DÜSSELDORF. Die aus frühen menschlichen Embryonen gewonnenen Stammzellen - auch ES-Zellen genannt - besitzen die Fähigkeit, sich zu verschiedenen Zelltypen weiterzuentwickeln. Ziel der Stammzellforscher ist es, diese Zelldifferenzierung in Laborkulturen gezielt zu steuern. Was mit Mauszellen bereits gelungen war, haben Wissenschaftler vom Hadassah University Hospital in Jerusalem, der University of Wisconsin in Madison und der Universität Bonn nun auch mit menschlichen ES-Zellen erreicht.

Mit Hilfe neuer Kulturbedingungen und verbesserten Methoden zur Reinigung der Zellen gelang es, sie in Vorläufer von Hirnzellen umzuwandeln. Nach Transplantation in das Gehirn neugeborener Mäuse entstanden daraus in verschiedenen Hirnregionen reife Neuronen und Gliazellen (Astrozyten und Oligodendrozyten).

Erneuerung von zerstörtem Nervengewebe

Die Forscher hoffen, durch Verpflanzung der gezüchteten Zellen zerstörtes Nervengewebe regenerieren zu können. Damit könnten möglicherweise Rückenmarksverletzungen und Gehirnerkrankungen wie Parkinson geheilt werden. Die Forscher warnten jedoch vor zu großen Hoffnungen: "Von einer klinischen Anwendung sind wir noch weit entfernt", sagt Su-Chun Zhang, Mitglied des amerikanischen Forschungsteams.

Zunächst wollen die Wissenschaftler in weiteren Tierversuchen erforschen, ob die transplantierten Zellen funktionieren und ob sie zur Tumorbildung führen. Bisher sei noch kein Tumorwachstum beobachtet worden. "Das zeigt, dass unsere Methoden zur Reinigung der Vorläuferzellen ziemlich gut sind", ist Zhang überzeugt.

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