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25.07.2012

17:55 Uhr

Langzeituntersuchung

Beruflicher Aufstieg macht auf Dauer krank

Wer befördert wird, ist glücklicher. Zumindest rund drei Jahre lang. Danach ist laut einer aktuellen Studie die Karriere-Euphorie verflogen und die negativen Effekte wie Stress und längere Arbeitszeiten überwiegen.

Beförderungen machen nicht langfristig glücklich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeituntersuchung. dpa

Beförderungen machen nicht langfristig glücklich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeituntersuchung.

BonnWer hätte das gedacht: Beruflicher Aufstieg macht auf Dauer nicht glücklicher, sondern schadet eher der seelischen Verfassung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeituntersuchung, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) am Mittwoch veröffentlichte.

Trotz einer dauerhaften Einkommenssteigerung und höheren soziales Ansehens wiegen demnach - zumindest auf längere Sicht - die negativen Begleiterscheinungen wie mehr Stress und längere Arbeitszeiten die positiven Effekte auf. „Spätestens nach drei Jahren war die Karriere-Euphorie verflogen", fasste das IZA das Ergebnis zusammen.

Unmittelbar nach ihrer Beförderung hätten die Befragten im Durchschnitt zwar angegeben, fairer bezahlt zu werden, einen sichereren Arbeitsplatz zu haben und mehr Verantwortung zu tragen. Spätestens nach drei Jahren aber seien die Werte für Jobzufriedenheit, subjektiv empfundene Sicherheit des Arbeitsplatzes und auch das Gefühl, angemessen bezahlt zu werden, wieder auf dem Niveau vor dem Laufbahnsprung angekommen, heißt es in der IZA-Studie.

Dafür wurden die statistischen Daten australischer Haushaltsbefragungen ausgewertet und so 2000 Beförderungen nachvollzogen. Stresspegel und Arbeitszeiten dagegen blieben hoch.

Die allgemeine Lebenszufriedenheit und der körperliche Gesundheitszustand änderten sich durch eine Beförderung langfristig nicht, schreiben die Autoren David Johnston und Wang-Sheng Lee in ihrem Fazit. Dagegen verschlechterte sich der psychische Gesundheitszustand nach zwei und mehr Jahren deutlich, was etwa auf Nervosität und Unruhezustände zurückzuführen sein könnte. Das sei vor allem bei jüngeren männlichen Angestellten ohne Hochschulabschluss bemerkbar.

„Zusammenfassend stellen wir fest, dass Beförderungen das Wohlbefinden von Angestellten weder auf die eine noch die andere Weise großartig beeinflussen", betonen die beiden Forscher. „Wenn überhaupt, dann scheint es bei bestimmten Angestelltengruppen negative Folgen für die psychische Gesundheit zu geben. Angesichts dieses Ergebnisses ist es interessant, dass Angestellte auf der ganzen Welt, in allen Branchen und Berufen nach Beförderungen streben."

Von

afp

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