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04.02.2001

13:46 Uhr

Quelle: Handelsblatt

ap HAMBURG. Die Abwehrstrategie gegen eine mögliche feindliche Übernahme von Daimler-Chrysler zieht Berichten zufolge auch einen Verkauf der defizitären US-Sparte in Betracht. Wie "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Bankkreise, die mit der Abwehr befasst sind, berichtete, soll zunächst die derzeit bei gut 50 Euro dümpelnde DaimlerChrylser-Aktie Analysten und Fondsmanagern schmackhaft gemacht werden, um so den Kurs nach oben zu bringen. Sollte dies erfolglos sein, werde auch ein Verkauf von Chrylser nicht ausgeschlossen.

Eine Übernahme des Autokonzerns durch einen Konkurrenten schließen die Investmentbanker dem Blatt zufolge nicht aus. Das wäre das Schlimmste, was passieren könnte, zitierte die "Welt am Sonntag" einen involvierten Investmentbanker: "Allerdings müsse wir die Möglichkeit in Betracht ziehen." Wenn der größte Mehrwert für die Anteilseigner durch einen Verkauf oder eine Übernahme zu erzielen sei, komme man daran nicht vorbei, sagte der Banker den Angaben zufolge. In der vergangenen Woche hatten Spekulationen die Runde gemacht, Toyota sei an einer Übernahme von Daimler-Chrysler interessiert. Der japanische Autobauer hatte dies jedoch dementiert.

Wie das Blatt weiter berichtete, steht die von der Deutschen Bank und dem Investmenthaus J.P. Morgan zu erarbeitende Abwehrstrategie für Daimler-Chrysler bereits in groben Umrissen. Sollte die Offensive bei Fondsmanagern und Analysten zu Gunsten der DaimlerChrylser-Aktie keinen Erfolg haben, solle der Verkauf von Chrysler Geld in die Kasse und Fantasie in die Aktie bringen, schrieb das Blatt weiter. Zwar dürfte Konzernchef Jürgen Schrempp als ehemals gefeierter Architekt der Fusion bei einem möglichen Verkauf von Chrysler unter Druck geraten, für die Investmentmanager sei ein Verkauf der US-Sparte jedoch durchaus vorstellbar, schrieb das Blatt. "Chrysler sollte vom Daimler-Image profitieren. Doch es war umgekehrt. Der gute Ruf von Daimler hat durch Chrysler gelitten", zitierte das Blatt einen nicht näher genannten Insider.

Jürgen Schrempp soll angesichts der dramatischen Verluste bei der US-Sparte bereits im November seinen Rücktritt angeboten haben. Aufsichtsratsvorsitzender Hilmar Kopper habe Schrempp jedoch nicht aus der Verantwortung entlassen wollen, schrieb das Blatt. Schrempp müsse den Karren selbst aus dem Dreck ziehen, soll ihm Kopper beschieden haben.



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