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06.02.2001

13:07 Uhr

Reuters WASHINGTON. Moslemische Extremisten nutzen Medienberichten zufolge beliebte Internet-Sites als "Tote Briefkästen". Die Extremisten, unter ihnen auch der von den USA gesuchte Osama bin Laden, stellten verschlüsselte Nachrichten oder Fotos mit versteckten Botschaften auf die Websites, berichtete die US-Tageszeitung "USA Today" am Dienstag unter Berufung auf US-Ermittler. Die Botschaften enthielten Anweisungen für geplante Anschläge auf US-Ziele und Attentate auf dem Gebiet ihre Verbündeten sowie Fotografien der Ziele und Landkarten. Die Nachrichten würden mit kostenlos im Netz erhältlicher Software verschlüsselt, hieß es in dem Bericht.

Im Netz kann etwa das Verschlüsselungsprogramm "Pretty Good Privacy" (PGP) des US-Amerikaners Phil Zimmerman kostenlos heruntergeladen werden. Das Verschlüsselungsverfahren der Programme, der sogenannte "RSA-Algorithmus", gilt als besonders sicher, weil er nur mit großem Rechenaufwand gebrochen werden kann.

Bin Laden verschlüssele bereits seit fünf Jahren seine Kommunikation, zitierte das Blatt die US-Behörden. Er setze verstärkt Verschlüsselung ein, seit bekannt geworden sei, dass die USA in Afghanistan sein Satellitentelefon abhörten.

Die USA werfen bin Laden vor, für zwei Bombenanschläge auf US-Botschaften in Afrika verantwortlich zu sein. Er wird auch als möglicher Verdächtiger für den Anschlag auf den Zerstörer "USS Cole" im Jemen im Herbst vergangenen Jahres genannt. In New York begann am Montag vor einem Bundesgericht der Prozess gegen vier mutmaßliche Komplizen bin Ladens.

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