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03.03.2003

15:36 Uhr

Lautern und Werder wollen „nach Europa“

Cup-Kampf der Krisenclubs

Zwei Krisenclubs der Fußball- Bundesliga träumen von Europa. Noch maximal 120 Minuten trennen den 1. FC Kaiserslautern und Werder Bremen vom DFB-Pokalfinale am 31. Mai in Berlin. Die beiden Protagonisten des ersten Halbfinalspiels am Dienstagabend (20.30 Uhr/ARD) auf dem Betzenberg haben ihre viel versprechende Hochrechnung der erhofften Teilnahme am lukrativen internationalen Geschäft aufgemacht.

HB/dpa KAISERSLAUTERN. Bayern München schlägt am Mittwoch Bayer Leverkusen, wird als designierter deutscher Meister in der Champions League spielen und macht somit automatisch auch dem Unterlegenen des Pokal-Endspiels einen Platz frei im UEFA-Cup.

Vor allem für den sportlich und finanziell am Abgrund wandelnden, weil mit über 40 Mill. ? hoch verschuldeten FCK wäre eine Geldzulage von geschätzten vier bis fünf Mill. ? nahezu Existenz erhaltend - ein Bundesliga-Nichtabstieg vorausgesetzt. "Wenn wir ins Finale kommen und nicht absteigen, können wir die relativ verkorkste Saison noch retten", sagt der FCK-Vorstands-Vorsitzende René C. Jäggi vor einem der vielen "Endspiele", die den Pfälzern im Abstiegskampf ins Haus stehen.

"Das Finale in Berlin und dann gegen die Bayern - das wäre die Schlagsahne", meint Jäggi. Ein Horror-Szenario allerdings will auch der Schweizer Sanierer des maroden Clubs nicht wiederholt sehen: 1996 feierten die Lauterer durch ein 1:0 gegen den Karlsruher SC ihren zweiten DFB-Pokalsieg - eine Woche zuvor war das Gründungsmitglied erstmals in seiner Geschichte aus der Eliteliga abgestiegen. Der erste Cup-Sieg war 1990 gelungen - gegen Werder Bremen. Es war eines von bisher acht Treffen im DFB-Pokal: Fünf Mal setzte sich der FCK durch, drei Mal Werder.

Nach einer Serie von sechs Pflichtspielen ohne Niederlage ist FCK- Trainer Erik Gerets zuversichtlich, dass sein Team dem momentanen Dauerdruck standhält und die große Chance wahrnimmt: "Wenn wir gewinnen, spielen wir in Europa. Wir werden alles geben, um nach Berlin zu kommen." Auch Mittelfeldspieler Markus Anfang, zuletzt einer der Garanten des sportlichen Aufschwungs, ist "heiß" auf Berlin: "Ein Pokal-Finale und dann einen Titel zu erreichen, ist etwas ganz Besonderes im Leben eines Fußballers."

Auch die im Jahr 2003 noch sieglosen Bremer träumen vom großen Geld und hoffen auf einen positiven Schub im Pokal. "Für uns geht es in Kaiserslautern um alles", sagt Sportdirektor Klaus Allofs, der im Fall des Finaleinzuges Planungssicherheit für die anstehenden Vertragsverhandlungen hätte. "Wenn wir das Finale schaffen, sieht die Welt in Bremen schon wieder anders aus", meint Trainer Thomas Schaaf, der zuletzt "Spaß und Freude am Fußball" bei seinen Spielern vermisste. Schaaf: "Wir können nur durch Einsatz und Begeisterung bestehen."

Schaaf bangt noch um den Einsatz von Frank Baumann, kann aber die in Leverkusen gesperrte Bayer-Leihgabe Markus Daun als zweite Spitze neben Ailton einsetzen. FCK-Trainer Gerets stellt sein Team offensiv mit Dominguez als drittem Stürmer neben Miroslav Klose und Vratislav Lokvenc auf. Mario Basler sitzt gegen seinen Ex-Club erneut nur auf der Bank, Ciriaco Sforza spielt wegen seiner Verletzung am Handgelenk mit einer schützenden Manschette.

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