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21.01.2003

10:45 Uhr

Leichter Optimismus

Infineon-Chef bedauert Kursverlust

Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat sich vor seinen Aktionären enttäuscht über den massiven Kursverlust der Unternehmensaktie in den vergangenen zwölf Monaten gezeigt. Für die künftige Entwicklung in der seit zwei Jahren krisengeschüttelten Halbleiterbranche zeigte sich der Vorstandsvorsitzende zugleich verhalten optimistisch.

Reuters MÜNCHEN. Die Infineon-Aktie habe wie alle Halbleiter-Papiere erhebliche Einbußen hinnehmen müssen, sagte Schumacher am Dienstag auf der Hauptversammlung in München laut Redetext. "Es steht außer Frage, dass diese Entwicklung völlig unbefriedigend ist, für Sie als Aktionäre, für unsere Mitarbeiter und für die Unternehmensleitung." Innerhalb des letzten Jahres hat die Infineon-Aktie rund 70 Prozent ihres Werts verloren. Am Dienstagvormittag notierte das Papier, das einmal über 90 Euro Wert war, mit 7,93 Euro um 2,72 Prozent im Plus. Schumacher bekräftigte, es gebe keine Pläne, Konzernteile auszugliedern.

"Erst im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2001/02 und im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sahen wir eine leichte Besserung", sagte Schumacher. "Im Hinblick auf das laufende Geschäftsjahr sind auch wir optimistischer als vor einem Jahr." Allerdings bleibe das Marktumfeld auf absehbare Zeit schwierig und auch der Kostendruck werde anhalten. Durch Investitionen in neue Technologien wie die Fertigung auf 300-Millimeter-Siliziumscheiben und die massive Senkung der Kosten habe Infineon alle Weichen in die richtige Richtung gestellt. Eine konkrete Prognose für 2002/03 oder das laufende Quartal wagte Schumacher aber wie bereits am Vortag nicht.

Infineon hatte am Montag Zahlen für das zum 31. Dezember endende Auftaktquartal 2002/03 vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. So verringerte sich der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 31 Millionen Euro nach 564 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 47 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro. In der von der Branchenflaute am heftigsten getroffenen Speicherchip-Sparte (DRams) schrieb Infineon das erste Mal seit sieben Quartalen wieder operativ schwarze Zahlen.

Erneut unterstrich der 44-jährige Konzernchef, dass es keine Pläne gebe, Teile des Konzerns auszugliedern und möglicherweise an die Börse zu bringen. Infineon sei in allen Bereichen "auf dem Vormarsch", sagte Schumacher. "Und deswegen halten wir auch an allen unseren Geschäftsbereichen fest: Weil wir auf Grund ihrer guten Position im Weltmarkt für alle eine vielversprechende Zukunft sehen."

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