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09.01.2001

18:41 Uhr

TOKIO. Der international führende Hersteller von wiederaufladbaren Lithium-Ion-Batterien, Sanyo Electric Co. will ebenso wie Matsushita Electric Industrial Co., auch in Zukunft von dem Boom im Mobilfunkgeschäft profitieren. Das Unternehmen plant daher bereits heute - rechtzeitig vor der weltweiten Einführung der dritten Generation von Mobil-Telefonen und neuartigen Multimedia-Endgeräten - eine Verdoppelung der Produktion dieses wiederaufladbaren Batterietyps.

Sanyo wird mit Investitionen von über 10 Mrd. Yen (rund 100 Mill. Euro) die Produktion von Lithium-Ion-Batterien in Japan von gegenwärtig 15 Mill. Einheiten pro Monat bis März dieses Jahres auf 20 Mill. Stück pro Monat steigern. Vom Frühjahr 2002 sollen zusätzlich in den Werken in Ungarn, im US-Bundesstaat Texas und in der VR China insgesamt weitere rund 12 Mill. Einheiten pro Monat hergestellt werden. Konkurrent Matsushita plant im Vergleich dazu eine Verdoppelung der Produktion von gegenwärtig 10 Mill. auf 20 Mill. Einheiten pro Monat.

Gegenwärtig besitzt Sanyo bei den aus Kostengründen vorrangig noch in Europa eingesetzten schweren Nickel-Metallhydrid-Batterien - nach der Übernahme dieses Batteriebereich von Toshiba im Oktober 2000 - einen Weltmarktanteil von 50 % (Matsushita: 35 %). Bei Lithium-Ion-Batterien, die in Asien bereits heute stark verbreitet sind, liegt der Marktanteil von 30 % (Sony: 20 %, Matsushita: 15 %).

Laut Fumiaki Sato, zuständiger Analyst der Deutschen Bank in Tokio, beliefert Sanyo nahezu alle Hersteller von Mobiltelefonen, einschließlich des international führenden Herstellers Nokia. In dem außerordentlich ertragreichen Geschäft mit wiederaufladbaren Batterien erwirtschafte Sanyo rund die Hälfte des operativen Ergebnisses - obwohl auf diese Geschäftssparte nur ein Umsatzanteil von 13 % entfalle.

Spätestens 2005 will das Unternehmen eine deutlich leistungsfähigere, mit einem modifizierten Anoden-Material arbeitenden Lithium-Batterie auf den Markt bringen, sagte Satoyoshi Narukawa, Leiter der Batterie-Entwicklung bei Sanyo, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Hauptproblem bei der Entwicklung der nächsten Generation von Lithium-Ion-Batterien, die eine 20 bis 30 % höhere Kapazität bieten werden, sei die Steigerung der Lebensdauer, so Narukawa. Die heutigen Lithium-Ion-Batterien können 500 bis 1 000 Mal geladen werden. Hier gebe es noch eine technologische Hürde, die man gegenwärtig mit Veränderung der Materialien und des Fertigungsprozesses zu überwinden versuche.

Ende dieses Jahrzents soll dann eine Metall-Lithium-Batterie mit noch größerer Kapazität marktreif sein, die zurzeit nur im militärischen Bereich eingesetzt wird. Wegen extrem gefährlicher, pulvriger Rückstände werden derartige Batterien gegenwärtig lediglich für die Steuerung von Raketen eingesetzt. Bis ein Einsatz im zivilen Bereich möglich wird, müssten noch zahlreiche Probleme gelöst werden, sagte Narukawa. Sanyo lägen hierzu verschiedene Offerten amerikanischer Wagnisunternehmen vor. Man sei hierauf aber bislang nicht eingegangen, da rund zwei Drittel der technologischen Probleme im Bereich der Massenproduktion lägen, die von diesen Firmen nicht gelöst worden seien.

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