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13.06.2000

13:21 Uhr

Leiter der OSZE-Mission zieht positive Zwischenbilanz

"Beispielllose Rückkehr" nach Bosnien-Herzegowina

Der Leiter der OSZE-Mission in Bosnien, US-Diplomat Robert Barry, sieht entscheidende Fortschritte im Friedensprozess und setzt auf eine neue Führung.

dpa SARAJEVO. "Das Eis bricht in Bosnien-Herzegowina. Es gibt eine beispielose Rückkehr", zitierte die Mission am Dienstag in Sarajevo aus einer Rede Barrys, die er in Washington halten wollte. Barry sprach sich dafür aus, an den Plänen für allgemeine Wahlen am 11. November festzuhalten, weil nur dies Bosnien eine neue Führung bringen könne.

Barry sagte, der Fortschritt sei langsam, es gebe aber neue Entwicklungen. "Im ersten Quartal sind 12 000 Menschen in ihre Heimatorte aus Vorkriegszeiten zurück gekehrt, die nun von Gruppen anderer Nationalitäten dominiert werden". erklärte er. Das seien vier Mal mehr, als ein Jahr zuvor. "Dies ist nicht der Zeitpunkt Bosnien-Herzegowina aufzugeben. Es ist nicht an der Zeit, das Friedensabkommen von Dayton zu ändern", sagte Barry.

Korruption schade wesentlich der wirtschaftlichen Entwicklung. "Es wird keine Investitionen geben, solange die seit zehn Jahren regierenden Parteien die Wirtschaft als ihren Privatbesitz ansehen." Neue politische Führer seien nötig, die über Reformen sprechen, nicht über die Notwendigkeit weiterer Geberkonferenzen, sagte der OSZE-Leiter.

Barry wollte nach Angaben der OSZE seinen Standpunkt vor einer Kommission des US-Kongresses erläutern. Dort sollten auch der frühere NATO-Oberbefehlshaber in Europa, Wesley Clark, sowie Politiker aus Bosnien-Herzegowina angehört werden.

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