Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2002

08:04 Uhr

Leitner und Resch planen schon für 2006

Als Olympia-Neulinge zu Gold

Immer einen flotten Spruch auf den Lippen, stets gut gelaunt und die Rodel-Zukunft noch vor sich: Der 22-jährige Alexander Resch (Königssee) und Patric Leitner (Berchtesgaden) sind nach ihrem Doppelsitzer-Olympiasieg die neuen Stars der Szene.

HB/sid PARK CITY. "Was uns jetzt noch fehlt? Eine Goldmedaille bei den Winterspielen 2006", meinte Resch grinsend. Leitner kündigte sofort eine Dauerfete bis zu seinem 25. Geburtstag am nächsten Samstag an: "Durchhalten. Und dann weitermachen." Auch Bundestrainer Thomas Schwab war in Feierstimmung: "Bis zu dieser Entscheidung habe ich immer auf Disziplin geachtet, aber jetzt geht es bis zum Abwinken."

Für Schwab war dieser Sieg eine persönliche Genugtuung. "Das ist die Krönung meiner Arbeit", sagte der 39-Jährige, 1988 selbst Olympiadritter bei den Doppelsitzern: "An dieser Medaille hängt besonders viel Herzblut. Als ich vor vier Jahren dieses Doppel neu aufgebaut habe, erklärten mich viele für verrückt."

Schon 1999 am heimischen Königssee und 2000 in St. Moritz gab es mit den WM-Titeln die ersten Erfolge. Nervös vor dem Rennen? "Wir sind hier für Deutschland am Start, da können wir uns nicht in die Hosen scheißen", beschrieb Leitner nachträglich die Gefühlslage. Die beiden Burschen waren freilich alles andere als pflegeleicht. Resch liebte schnelle Motorräder, Leitner das Snowboard - einige "Kratzer" behinderten auch das Training.

Eigentlich sollten schon 1997 die damaligen Einsitzer als Duo in die Röhre, aber Resch erlitt bei einem unverschuldeten Motorrad-Unfall eine Oberschenkelfraktur - so klappte es erst im Winter 1998/1999. "Und dann haben wir auch etliche Schlitten zerschossen. Insgesamt sind wir bestimmt schon mehr als 50-mal gestürzt", sagte Leitner.

Entscheidend für die Entwicklung der beiden Sportsoldaten waren auch die beiden "Rodel-Gurus" vom Königssee, Alt-Bundestrainer Sepp Lenz und der dreimalige Olympiasieger Georg Hackl. Leitner: "Auf Sepp Lenz hört man, der sagt schon mal: So net Buam." Auch Hackl schaue ab und zu beim Nachwuchs vorbei, meint Resch. In Anspielung auf Hackls in Zuffenhausen mitentwickelten Schlitten scherzt er: "Aber einen Porsche wie er brauchen wir nicht, bei uns ist das selfmade."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×