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09.01.2003

13:48 Uhr

Leitzins weiter bei 2,75 Prozent

EZB tastet Zinsen nicht an

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach der Zinssenkung im Dezember die Leitzinsen in der Euro-Zone am Donnerstag erwartungsgemäß unverändert gelassen. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Schlüsselzins betrage weiterhin 2,75 %, teilte die EZB am Donnerstag nach der ersten Ratssitzung in diesem Jahr in Frankfurt mit.

Reuters FRANKFURT. Die EZB begründete die Entscheidung zunächst nicht und verwies auf die Pressekonferenz mit EZB-Präsident Wim Duisenberg ab 14.30 Uhr MEZ. Nachdem die EZB erst im Dezember mit einer Zinssenkung um 50 Basispunkte den schwindenden Inflationsgefahren Rechnung getragen und einen Beitrag zu mehr Vertrauen in eine wirtschaftliche Erholung geleistet hatte, waren Analysten auch gar nicht von einer weiteren geldpolitischen Lockerung ausgegangen.

Da die Aussichten für Konjunktur und Preisentwicklung in der Euro-Zone insbesondere wegen des drohenden Irak-Kriegs sehr unsicher sind, gehen die Meinungen über die Zinspolitik der EZB im weiteren Verlauf 2003 weit auseinander. In einer Umfrage unter 50 Analysten hatte vergangene Woche die Hälfte der Befragten angesichts günstiger Inflationserwartungen wegen der anhaltend schleppenden Konjunktur und des Kursanstiegs des Euro Zinssenkungen zwischen 25 und 75 Basispunkten ab März vorausgesagt. Die anderen 25 Volkswirte erwarteten jedoch, dass sich die Wirtschaft - wie von der EZB vorausgesagt - im zweiten Halbjahr erholt und die Notenbank mit Zinserhöhungen um bis zu 50 Basispunkte dem damit auflebenden Preisdruck begegnen wird.

Die EZB hatte die Zinssenkung im Dezember damit begründet, dass die Inflationsgefahren voraussichtlich weiter nachlassen, während die Konjunktur nach wie vor Abwärtsrisiken ausgesetzt sei. Im Laufe dieses Jahres wird die Jahresteuerung nach Einschätzung der EZB unter die Grenze von zwei Prozent fallen, bis zu der die Notenbank ein stabiles Preisniveau, ihr oberstes Ziel, als gewährleistet ansieht. Im Jahresschnitt lag die Teuerung nur im ersten Jahr der Währungsunion, 1999, unter dieser Marke. Die erhoffte Erholung der Konjunktur hatte sich 2002 nicht eingestellt, so dass die Wirtschaft der zwölf Euro-Länder den meisten Prognosen zufolge nur um knapp ein Prozent gewachsen ist nach 1,5 % 2001. Für 2003 liegen die Vorhersagen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei knapp zwei Prozent.

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